gute aussichten – junge deutsche fotografie 2014/2015

Die Preisträger des Fotowettbewerbs „gutes Aussichten – junge deutsche fotografie“ stehen fest. Ihre Arbeiten werden nun im Marta Herford ausgestellt, einem Museum für zeitgenössische Kunst, das allein schon wegen der Architektur, mehr noch wegen der vielfältigen Ausstellungen einen Besuch lohnt. Ich gestehe: ich kann nicht mit allen ausgezeichneten Bildern etwas anfangen. Dennoch ist dies ist die junge deutsche Fotografie und es ist interessant und aufschlussreich zu sehen, welche Themen wie umgesetzt werden.

gute aussichten – junge deutsche fotografie 2014/2015

Eröffnung am Sonntag, 23. November, 11.30 Uhr

Marta Herford präsentiert bereits zum dritten Mal die PreisträgerInnen des Foto-Wettbewerbs „gute aussichten – junge deutsche fotografie 2014/2015“. In über 300 Fotografien,  Video-Projektionen und Büchern gehen die KünstlerInnen mit der Kamera auf Spurensuche. Es geht um Grundfragen der menschlichen Existenz: Leben. Tod. Aber auch Alltag. Das Ergebnis ist ein für eine junge Generation ungewohnt ernster Blick auf die Gesellschaft. Der Umgang mit der Fotografie als Medium könnte kaum unterschiedlicher sein. Die Ausstellung bietet den Besuchern einen facettenreichen Überblick über aktuelle Tendenzen der Fotografie.

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Eduard Zent: Moderne Tradition 2014

Seit 11 Jahren bietet dieses Nachwuchsförderprojekt ein international beachtetes Forum für die bemerkenswertesten Abschlussarbeiten aus allen deutschen Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien, die einen Studiengang Fotografie anbieten. Laut SPIEGEL ist „gute aussichten“ „Deutschlands renommiertester Wettbewerb für junge Fotografen“, der sich immer mehr zu einer „ständigen Vertretung der jungen Fotografie“ entwickelt. Marta Herford wird als erste Station die Gewinner des aktuellen Wettbewerbs präsentieren, bevor die Werke zu weiteren Stationen in die Deichtorhallen Hamburg, nach Tallinn, Washington oder Mexiko reisen. Dieses Jahr erreichte die hochkarätig besetze siebenköpfige Jury (u. a. Künstler und Fotograf Paul Graham) so viele Einsendungen wie noch nie zuvor: Aus 40 Institutionen kamen 115 Einsendungen und am Ende standen die acht PreisträgerInnen fest:

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Karolin Back: Was ist Sekunde, wenn neben ihr die Welt steht? 2013

Karolin Back (*1980 Stuttgart, lebt in Frankfurt am Main), verarbeitete das touristische Fotomotiv Matterhorn zu einer installativ angelegten Video-Projektion, die im Dialog mit fiktiven Farbskalen stehen.

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Katharina Fricke: Ein Tag im Oktober. Oder November. Oder Dezember. 2014

Katharina Fricke (*1982 Rostock, lebt in Finnland) ging mit ihrer Kamera im Bielefelder Stadtteil Sennestadt auf Fährtensuche und schuf eine Serie von 156 kleinformatigen Fotografien, Schreibmaschinenseiten und graphischen Umsetzungen von Facebook-Einträgen.

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Andrea Grützner: Erbgericht 2013/14

Andrea Grützner (*1984 Pirna, lebt in Berlin) erkundete mit ihrer Kamera einen alten Gutshof in ihrer Heimat und erzeugte verblüffende grafische, bisweilen malerische Einsichten.

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Marvin Hüttermann: Es ist so nicht gewesen 2013/14

Marvin Hüttermann (*1987 Oberhausen) setzte sich visuell mit dem Tod auseinander und lenkt den Blick auf leblose Körper, auf die leeren Wohnungen der Verstorbenen und die Sakralkultur Deutschlands.

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Stefanie Schroeder: Ein Bild abgeben 2014

Stefanie Schroeder (*1981 Weimar, lebt in Leipzig) dokumentierte achtJahre die Nebenjobs, die ihr das Kunststudium finanziell ermöglichten.

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Jannis Schulze: Quisqueya 2013/14

Jannis Schulze (*1987, Berlin) begab sich mit der Kamera auf eine Reise in die Heimat seines Vaters, Quisqueya, eine Insel in der Karibik, auf der die Dominikanische Republik und Haiti liegen.

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Kolja Warnecke: Spuren 2014

Kolja Warnecke (*1988, Hamburg) folgte sechs Monate lang mit seiner Kamera den Spuren von Bea, einer Frau mittleren Alters, die er im Swingerclub kennengelernt hatte und begegnete ihrer Nähe fotografisch.

 

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Eduard Zent: Moderne Tradition 2014

Eduard Zent (*1983, Orsk / Russland), lebt in Bielefeld und Köln) porträtierte junge Menschen, die sich zwischen zwei Kulturen bewegen und kommt zu ästhetischen Lösungen, die an Porträts alter Meister erinnern.

Unterschiedlicher könnten die Arbeiten der PreisträgerInnen kaum ausfallen. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass scheinbar Gewöhnliches hinterfragt, Alltägliches ver- und Exotisches entzaubert, Räume symbolisiert, Kultur hinterfragt und Grenzen verwischt werden. Im Marta Herford bekommt der Besucher vor allem fesselnde Motive zu sehen. Darüber hinaus aber werfen die jungen FotografInnen ungewohnt ernste Blicke auf die gegenwärtige Gesellschaft und auf eine Zeit, die durch Ebola, Kriege und den Folgen der westlichen Konsumsucht geprägt ist. Die KünstlerInnen hinterfragen das Medium und loten dessen Grenzen aus: Fotografie wird zu Film, zu Malerei, zum Dokument, zum Zeugen, zur Spur, aber vor allem wird Fotografie zum Instrument der Sichtbarmachung von verborgenen Bildern unserer Gegenwart.

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Marvin Hüttermann: Es ist so nicht gewesen 2013/14

Kurze Statements der PreisträgerInnen in Bezug auf die ausgestellten Arbeiten:

Fotografie ist…

Karolin Back „Fotografie ist eine Möglichkeit.“
Katharina Fricke „Fotografie ist ein Weg.“
Andrea Grützner „Fotografie ist Reibung.“
Marvin Hüttermann „Fotografie ist unscharf.“
Jannis Schulze „Fotografie ist unmittelbar.“
Kolja Warnecke „Fotografie irritiert mich; vielleicht ja auch andere.“
Eduard Zent „Fotografie ist die Oberfläche des inneren Zustandes.“

Besucherinformationen

Marta Herford (Lippold Galerie, 1. Etage)
Goebenstraße 2–10, D-32052 Herford
Tel: +49-5221-99 44 30-0
Fax: +49-5221-99 44 30-18
[email protected]

Ausstellungsdauer: 23. November 2014 – 11. Januar 2015
Öffnungszeiten: Di – So und an Feiertagen 11-18 Uhr, jeden 1. Mittwoch
im Monat 11–21 Uhr
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4,50 Euro,   freier Eintritt für Kinder unter 10 Jahren, Schüler und Studenten  dienstags von 16–18 Uhr und am 1. Mittwoch im Monat von 18–21 Uhr

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Marta Herford.

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