Rezension: Corinna Gissemann. Food-Fotografie

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Ähnlich einem Grundkochbuch beginnt dieses Buch bei den Grundlagen wie beispielsweise Ausrüstung (Kamera und Requisiten), Belichtung und Bildkomposition. Anhand von fünf Food-Projekten wird das Inszenesetzen von Speisen wie bei einem Rezept von Anfang bis Ende Schritt für Schritt ausführlich erklärt. Die digitale Nachbearbeitung mittels Lightroom wird in einem eigenen Kapitel behandelt. Weiterführende Tipps und Tricks für die Praxis und zum Food-Styling sowie Hinweise zur Weiterentwicklung des eigenen fotografischen Stils gibt es außerdem auch dazu.

Dieses Buch richtet sich vordringlich an fotografische Einsteiger, aber auch fortgeschrittene Fotoamateure sowie die stetig wachsende Gruppe von Food-Bloggern, die mit ihrem Smartphone ihr Essen bei den sozialen Netzwerken posten, werden hier im Ansatz berücksichtigt.

Der Leser bekommt von den Basics (Sammlung von Requisiten und fotografischen Grundlagen) über die fotografische Inszenesetzung bis hin zur digitalen Nachbearbeitung alles erklärt, was man für die Food-Fotografie braucht.

Durch gute inhaltliche Strukturierung, treffende Wortwahl und dazu passende Bilder werden die teilweise komplexen Sachverhalte sehr leicht verständlich und kompakt (ohne viele Worte) erklärt. Insbesondere bei der Praxis-Anwendung versteht es die Autorin, den Leser an die sprichwörtliche Hand zu nehmen und ihn so Schritt für Schritt zum Ziel zu geleiten.

k_5177Handwerklich sind alle Bilder sehr gut. Ihre Food-Fotos sind künstlerisch ein wahrer Genuss und sind zudem mit Kameraeinstellungen (Verschlusszeit, Blende, Brennweite) versehen. Angaben über Blitzlichtstärke fehlen jedoch. Die reichhaltige Bebilderung sorgt für eine aufgelockerte Optik.

Allerdings: Die Kompaktheit der Erläuterungen und die Begrenzung der Themen führen zwar zu einem handlichen Buch mit 232 Seiten, haben aber auch den Nachteil, dass einige Themen nur oberflächlich oder gar nicht behandelt werden. Gerade der technische Bereich ist unrund: So wird zum Beispiel die Nutzung einer externen Festplatte hervorgehoben (dabei sind interne Festplatten mit 350 GB und die Cloud-Lösungen heutzutage Standard), während auf die Methoden zur Belichtungsmessung (Matrix-, Spot- und Integralmessung) ebenso verzichtet wird wie auf Erläuterungen zur manuellen Blitzsteuerung und Bildbearbeitung mittels Photoshop.

Ihr angenehmer Plauderton gleitet jedoch gelegentlich ins Oberlehrerhafte ab. Über die kleinen grammatikalischen Unrichtigkeiten, die ab und zu vorhanden sind, kann man locker hinwegsehen.

Mein Fazit lautet:

Inhalt: 4 von 5 Punkten – Der für den Anfänger relevante Themenbereich für die Food-Fotografie wird hier abgedeckt. Abzüge ergeben sich, wie oben dargestellt, nur für den technischen Bereich.

Lesbarkeit: 4 von 5 Punkten – Die Texte sind klar strukturiert, gut lesbar und leicht zu verstehen. Das Oberlehrerhafte stört gelegentlich.

Grafiken: 5 von 5 Punkten – Die Fotos sind sowohl handwerklich als auch künstlerisch (nur Food-Fotos bezogen) qualitativ hochwertig.

Kaufempfehlung: 4 von 5 Punkten – Wenn man sich auf die Food-Fotografie konzentriert, ist das Buch top. Für einige Aspekte des technischen Bereiches (z.B. Blitzlicht) sollte man zusätzlich weiterführende Literatur hinzuziehen.

Allgemeiner Eindruck: 4 von 5 Punkten – Von diesem Buch habe ich sehr viel gelernt, so dass sich meine (neuen) Food-Fotos qualitativ verbessert haben.

Insgesamt ergeben sich über alle Teilkriterien hinweg 4 von 5 Gesamt-Punkten.

Die Daten: Corinna Gissemann. Food-Fotografie erschien am 29. Oktober 2015 im dpunkt.verlag. 240 Seiten, komplett in Farbe, Broschur
ISBN:  978-3-86490-278-9
Preis: 29,90 Euro (D) / 30,80 Euro (A) | E-Book in Vorbereitung

Rezension: Holger Pfromm

Unsere Bewertung:
4 Sterne

Food-Fotografie: Leckere Bildrezepte für Einsteiger (Taschenbuch)

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