Thomas Kellner. Black & White

Zusammengesetzt auf Kontaktbögen:  fantastische Bilder bekannter Bauwerke

Die in focus Galerie in Köln eröffnet ihr Ausstellungsjahr mit einer beeindruckenden Ausstellung von Thomas Kellners frühen Schwarzweiß-Fotografien. Unsere Empfehlung: unbedingt ansehen!

Ausgestellt werden schwarz-weiße Tableaux-Arbeiten aus den Jahren 1997 bis 2005. Mit „Black & White“ beruft sich Thomas Kellner auf seine Ursprünge als Künstler und den Ursprung der Fotografie selbst – die Schwarzweißfotografie.

Um 1871 setzt sich die Schwarzweißfotografie durch und entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit zum ersten massenhaft verbreiteten Bildmedium der Kulturgeschichte. Als ursprüngliche Fotografie dominiert sie 60 Jahre lang den Markt, bis sie von der Farbfotografie abgelöst wird. Wer Kellners Werke kennt, weiß, dass der Großteil seiner veröffentlichten Fotografien für sein intensives Zusammenspiel von Licht und Farbe bekannt ist. Das war nicht immer so, denn Kellner hat eine schwarz-weiße Vergangenheit.

In einer Zeit, in der sich viele Künstler wieder der Schwarzweißfotografie zuwenden, blickt auch Thomas Kellner zehn Jahre später auf seine Wurzeln zurück. Die bisher wenig veröffentlichten Werke in schwarz-weiß spiegeln die Anfänge in Kellners Karriere wieder, als er in Zyklen mit verschiedenen Bildsprachen im Schwarzweißlabor experimentierte, bis er 1997 schließlich zu seiner einzigartigen, multiperspektivischen und dekonstruktivis-tischen Bildsprache fand: das zusammengesetzte Bild entweder als Mehrfachbelichtung auf einem Negativ (1993-1998) oder als sequenzielle Montage auf einem Kontaktbogen des Roll- und 35mm Films.

Aus einem anfänglichem Entwurf über den Eiffelturm als Hommage an Robert Delaunay und den Orphismus in Paris beginnt Kellners Hinwendung zur Architektur und zu immer komplexeren Kompositionen. Es entstehen zeitlose Bilder einer neu formulierten, am Kubismus orientierten Sprache.

Bei seinen frühen schwarzweiß Aufnahmen konzentriert sich Kellner auf die Struktur selbst. Das Verhältnis von Gegenstand und Bildform steht im Zentrum der Betrachtung.

Kellners ursprüngliches Konzept war es, aus jeweils einem Film eine kleinformatige Arbeit zu kreieren. Fotografien aus San Francisco, New York City oder Chicago, bestehend aus zwei Filmen, werden erstmals in „Thomas Kellner – Black & White“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Daneben zeigt der Künstler auch ausgewählte großformatige Werke in schwarzweiß, wie zum Beispiel eine beeindruckende Fotografie vom Guggenheim Museum in Bilbao.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit 120 Seiten mit festem Einband.

Besucherinformationen

in focus Galerie
Hauptstrasse 114, 50996 Köln
Tel. + Fax +49 (0)221 1300341
Mobil: +49 (0)1773202913
[email protected]

Ausstellungsdauer: bis 19. März 2016
Öffnungszeiten: bis 13.02. Di bis Fr 16–19 Uhr, Sa 11–18 Uhr | ab 14.02.gerne nach telef. Vereinbarung

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von in focus Galerie.

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