Rezension: Becky E. Conekin. Lee Miller

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Wer war Lee Miller?

Elizabeth – Lee – Miller hatte ein aufregendes und unbeständiges Leben: Sie war ein begnadetes Fotomodell, war eine erfolgreiche Fotografin, hatte zahlreiche Liebesaffären (u.a. mit dem bekannten Fotograf Man Ray), war Mutter und wandte sich in ihrer letzten Lebensphase der Kochkunst zu. Lee Miller bestimmte ihr Leben selbst. Sie war damals eine moderne Frau von heute. Doch nicht ihre beeindruckende Lebensgeschichte gilt es hier zu würdigen, sondern das Buch zu rezensieren, das Becky E. Conekin über Lee Miller schrieb.

(c) Verlag Scheidegger und Spiess

Schwerpunkt dieses Buches sind Lee Millers Lebensphasen, die mit Modefotografie zu tun haben. Andere Lebensphasen werden weniger intensiv behandelt.

Das Buch ist als chronologisch geordnete Faktendarstellung gestaltet. Alle minutiös zusammengetragenen Fakten sind wissenschaftlich korrekt mit Belegen und Bezugsquellen versehen. Das Quellenverzeichnis führt alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf. Gerne verklausuliert die Autorin auch mal einen Satz, um darin nur ja ein Zitat unterbringen zu können. Trotz aller Ähnlichkeit zu einer wissenschaftlichen Abhandlung liest sich dieses Buch eigentlich gut.

Nur gelegentlich schreibt Becky E. Conekin etwas über den Menschen Lee Miller. Jede Menge Humor soll sie gehabt haben. Vielleicht war das auch der Grund, warum Männer Lee Miller so anziehend fanden. In Anbetracht von Lees aufregendem Leben wäre es spannend gewesen, mehr vom Menschen Lee Miller zu erfahren. Weil nur wenig Konkretes darüber geschrieben steht, muss man sich als Leser aus den Fakten selber – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Bild von ihr machen.

(c) Verlag Scheidegger und Spiess

Im Buch sind rund 100 Bilder abgedruckt, die entweder Lee zeigen oder von ihr gemacht worden sind. Ein Teil der Fotografien waren bislang unveröffentlicht. Lees Lebensgeschichte wird nicht nur textlich, sondern auch anhand der Bilder dargestellt. Allerdings konzentrieren sich die Fotografien weitestgehend auf die Modefotografie. Lee Millers Fotografien von der Befreiung Europas durch die alliierten Truppen sind nicht abgedruckt. Dies ist umso bedauerlicher, als im Buch auf diese Bezug genommen wird.

Ich habe eine Schwäche für alte Fotografien. Von den Familien-Fotos der Millers abgesehen, sind Fotografien abgedruckt mit hohem handwerklichem, ästhetischem und künstlerischem Niveau. Daher habe ich einfach nur Spaß daran, mir diese Fotografien anzuschauen.

Fazit

Das Buch gibt einen guten Einblick in das Leben von Lee Miller. Es hätte die Sache abgerundet, wenn etwas mehr von der Person Lee Miller und ihre außergewöhnlichen Kriegsreportagen-Fotos dabei gewesen wäre. Bei einem strengen Maßstab ergibt dies 3 von 5 Punkten.

PS: Im deutschsprachigen Titel des Buches hat sich ein Rechtschreibfehler eingeschlichen: „Model“ ist das englische Wort für das deutsche „Modell“ (also mit Doppel-L).

Die Daten

Becky E. Conekin. Lee Miller. Fotografin, Muse, Model erschien am 1. September 2013 im Verlag Scheidegger & Spiess. 1. Auflage, 2013. Gebunden, 224 Seiten, 41 farbige und 101 sw Abbildungen, 18.5 x 24.5 cm
ISBN 978-3-85881-386-2
Preis CHF 39,00 | EUR 37, 00

Rezension: Holger Pfromm

Unsere Bewertung:
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Lee Miller: Fotografin, Muse, Model (Gebundene Ausgabe)

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