Sonntagslektüre: Island – Ein Wintermärchen! Teil 5

Teil 5: Von Wasserdampfsäulen, einem goldenen Wasserfall und der Abreise

Dies ist der letzte Teil unserer Wintermärchen-Sonntagslektüre. Der Urlaub von Iris und Rieke neigt sich dem Ende zu und die Rückkehr nach Deutschland steht an. Aber vorher begleiten wir die beiden noch auf ihren letzten Touren. Wie wir hörten, ist Iris aktuell bereits wieder unterwegs, diesmal in sonnigere Gefilde – und sie hat uns versprochen, dass sowohl Kamera als auch Tagebuch dabei sind 😉

Tag 9 Islandpferde, Geysire, ein Haus auf Rädern und Halloween

Die Sonne weckt uns und der letzte vollständige Tag in Island hält ein anspruchsvolles Programm für uns bereit. Wir fahren zum „Golden Circle“. Wie steht es so schön im Reiseführer: „Eine Reise rund um Island ist nur mit dem „Golden Circle“ wirklich komplett, schließlich warten hier Islands berühmteste Naturattraktionen auf Ihren Besuch.“ Gemeint sind damit der gigantische „goldene“ Wasserfall Gullfoss und die vielen Dampfquellen und Geysire im vulkanisch aktiven Gebiet Haukadalur, insbesondere der Geysir Strokkur.

Aber erst einmal halten wir bei den wunderschönen Islandpferden an, die vor der malerischen Kulisse im Morgenlicht ein tolles Fotomotiv abgeben. Diesmal laufen sie nicht davon!

Der hier sieht aus wie der Boss, denke ich. Er hat alles im Blick und steht gelassen auf der Weide.

Auf der Fahrt sehen wir schon in der Ferne die Wasserdampfsäulen der vielen heißen Quellen und Geysire. Ein wenig skeptisch betreten wir das eingezäunte Gelände. Hier soll also irgendwo eine Springquelle emporschießen…Ehrfurchtsvoll lesen wir die Warnschilder: „Bleiben Sie auf den Wegen! Das nächste Krankenhaus ist 65 km entfernt!“ Oh… Und was ist das? Da blubbert doch tatsächlich so ein (bisher noch) winziges Schlammloch mitten auf dem Weg. Geht jetzt hier alles gleich hoch?

Es geht tatsächlich hoch! Eindrucksvoll schießt der Geysir Strokkur eine Wassersäule aus dem Boden:

Sieht ja schon ganz nett aus! Das muss doch auch im Gegenlicht gehen…

Ein wenig Geduld und schon habe ich genau das Foto, das ich mir vorgestellt habe. Noch dazu mit einer viel höheren Wassersäule!

Ein Stück weiter liegt ganz still ein riesiger, wassergefüllter Trichter. Im Reiseführer steht, er hat 18m Durchmesser und ist 20m tief.

Am Anfang dieses Jahrhunderts stellte dieser Geysir seine Aktivität ein und spuckte dann noch einmal 1935 eine Wassersäule von 60 m Höhe. Danach ist er wieder still. Keiner weiß, wie lange er noch stumm sein wird…

Weiter geht es, wir haben heute noch so viel vor! Den „goldenen Wasserfall“ sehen wir erst nicht, wir hören ihn nur. Wir laufen ihm auf rutschigen, mit Reif bedeckten Holzstegen entgegen.

Und plötzlich, wie aus dem Nichts, trennt ein reißender Fluss die Ebene und Gullfoss stürzt in die Tiefe.

Viele Touristen sind vor Ort. So macht nicht nur die hochstehende Sonne das Fotografieren schwierig.

Die Rückfahrt nach Reykjavík führt uns noch durch den Nationalpark Þingvellir (UNESCO-Weltkulturerbe). Dort trat das isländische Parlament (das älteste der Welt) zusammen, am 17. Juni 1944.

Noch eine Besonderheit befindet sich dort: Die tektonische Spalte, die Nordamerika von Europa trennt.

Schade, schon jetzt wissen wir, dass wir dort nicht mehr hinkommen, da dafür unsere Zeit nicht reichen wird.

Island zeigt sich noch einmal von seiner schönsten Seite. Ganz oft halten wir und können uns nicht satt sehen an dieser traumhaften Landschaft.

Aber was ist das?? Da bewegt sich ein Haus durch die Landschaft! Erst als wir näher kommen, sehen wir, dass es auf einem Tieflader steht. Wir erleben mit, wie die Isländer umziehen: Anscheinend mit dem ganzen Haus 🙂

Eine letzte Rast mit einer wunderschönen Aussicht. Wir würden so gern noch bleiben!

Doch wir müssen uns beeilen. Die Auto-Vermietung schließt um 18:00 Uhr. Um 17:50 Uhr können wir erleichtert das Auto abgeben. Ein wenig wehmütig bin ich schon… Ohne dieses Auto hätte ich mir diese Reise nicht zumuten wollen. Abends dann noch ab in die Stadt. In Reykjavík laufen uns merkwürdig gekleidete Menschen über den Weg. Ach, stimmt ja – heute ist Halloween!

Aber auch weihnachtliche Vorboten entdecken wir.

Lange laufen wir noch durch die kleinen Gassen und fallen müde ins Bett, wieder im „Guesthouse Sunna“. Nordlichter gibt es leider nicht mehr zu sehen.

Tag 10: Abreise und die Lösung eines Rätsels

Ein Kleinbus holt uns morgens direkt vor unserem Hotel ab und bringt uns zum Flughafen. Auf dem Parkplatz löst Rieke noch etwas auf: Wir hatten uns gewundert, dass sich die Autos in Island so merkwürdig anhören. Sie „klapperten“ auf dem Asphalt…Rieke hat es entdeckt: Die Winterreifen der Isländer haben kleine Metall-Noppen – Spikes! Sehr sinnvoll, finde ich!

Als wir im Flugzeug sitzen, stellen wir fest, dass wir doch so viel noch nicht gesehen haben von diesem schönen Land: Die Westfjorde. Das Hochland. Die berühmte Blaue Lagune… Und wir sind uns ganz sicher: Wir kommen wieder!

k300_000IrisIris Schneider ist begeisterte Fotografin und Community-Mitglied. Sie ist Euch vermutlich vor allem durch ihre regelmäßigen, inzwischen sehr zahlreichen und kompetenten Buchrezensionen bekannt. Einer ihrer fotografischen Schwerpunkte ist Landschaftsfotografie. Ihren Island-Reisebericht hat sie exklusiv für uns verfasst, worüber wir uns sehr freuen. Vielen Dank, Iris!

© Netzwerk Fotografie und Iris Schneider. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung.

Letzte Artikel von Anja Anton-Hoenen (Alle anzeigen)