Das Camera Obscura Prinzip

Zeitgenössische Positionen zur Camera Obscura Photographie

Als Aristoteles 400 Jahre vor Christus eine Sonnenfinsternis beobachten wollte, erkannte er zum ersten Mal das Prinzip der Camera Obscura. Wenn Licht durch ein kleines Loch in einen dunklen Raum fällt, erzeugt es ein auf dem Kopf stehendes Bild. Leonardo da Vinci stellte 1800 Jahre später fest, dass unser Auge prinzipiell genauso funktioniert.

Die Ausstellung Das Camera Obscura Prinzip beleuchte dieses Phänomen anhand von zeitgenössischen, künstlerischen Positionen. Neue Blickwinkel, veränderte Bauweisen und konzeptionelle Strategien zeigen, dass die uralte Faszination auch heute noch nichts von ihrer Wirkung eingebüßt hat und weiterhin visionär ist. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. September 2016 bei PhotoWerk in Berlin zu sehen.

In der Ausstellung werden Werke zu sehen sein, die experimentelle und aktuelle Zugänge zur historischen Technik deutlich machen. Zum Beispiel zeigt Michael Wesely Lochkamera-Boxen, deren Seitenwände mit fotosensiblen Papier ausgestattet sind, die nur den Umraum und nicht das Objekt zeigen, auf das die Kamera gerichtet ist. Oliver Möst filmt die Mattscheibe der Lochkamera und schafft so poetische Pinhole-Film-Miniaturen. Karen Stuke benutzt ihr Auto als Stativ und belichtet auf Fahrten durch europäische Tunnel von ihrem Armaturenbrett. Zeit, Licht und Raum entwickeln eine Sogwirkung aus Formen und Farben. Georgia Krawiec hat Geschwisterpaare aus Schlesien mit zwei Lochkameras photographiert und die Bilder dann in einem Stereoskop-Guckkasten zusammengeführt. Sie erzählen von Nostalgie und Absenz. Thomas Bachler verändert immer wieder die Beschaffenheit des Lochs der Camera und erzielt in seiner Serie Pixel Trees ein Verwirrspiel, das trotz der analogen Aufnahme einen digitalen Efekt erzeugt.

Neben Photographien, Videos und handgemachten Apparaten wird in der Ausstellung auch eine von Georgia Krawiec entworfene, begehbare Camera Obscura zu erleben sein.

Besucherinformationen

Projektraum | PhotoWerkBerlin
Hohenzollerndamm 176, D-10713 Berlin
Tel +49 177 8405357
[email protected]

Ausstellungsdauer: bis 25. September 2016
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Projektraum | PhotoWerkBerlin.

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