Rezension: Robert Kneschke. Stockfotografie

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Klar wie die Kloßbrühe: 5 Sterne

„Robert Kneschke ist hauptberuflich Produzent und Fotograf von Stockfotos. Außerdem betreibt er das erfolgreiche Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“.“ – So steht es auf der Rückseite des Buches und www.alltageinesfotoproduzenten.de gibt es tatsächlich. Wer sich den Blog anschaut, sieht sich einem echten Profi gegenüber. Mag das Portrait von Herrn Kneschke auch Harmlosigkeit vorgaukeln – kein Zweifel: er ist tief in seinem Thema drin. Die Tatsache, dass sein Ratgeber bereits in der vierten  Auflage erscheint, ergänzt das Bild: auch wenn man den Begriff nicht mag, Kneschkes Buch ist das Standardwerk zum Thema Stockfotografie. Wer auch immer im Auge hat, sich auf diese Weise seine Brötchen zu verdienen, sollte es durchblättern. Und wer nach der Lektüre immer noch an seinem Vorhaben festhält, könnte es tatsächlich schaffen.

Zum Buch

Das Buch ist layouttechnisch – wie alles was ich bisher aus dem mitp-Verlag in Händen hatte – sehr gut gemacht. Bei Softcovern bin ich erfahrungsgemäß immer etwas vorsichtig, zu oft hatte ich nach intensivem Blättern schon einzelne Seiten in der Hand. Hier jedoch sitzt alles bombenfest.

32 Kapitel drängeln sich zwischen den Umschlagdeckeln und füllen zusammen mit zwei Anhängen und einem Index 566 Buchseiten. Jedes Kapitel hat seine Berechtigung und wird ausführlich behandelt. In seiner Gesamtheit handelt Robert Kneschke wohl alle Teilaspekte der Stock-Fotografie ab. Auszüge aus den Kapitelüberschriften lauten:

  • Ausrüstung
  • Beleuchtung
  • Beliebte Motive
  • Locations
  • Rechtliches
  • Dateiorganisation
  • Gewerbe und Steuern
  • Berufskrankheiten
  • Andere Stockfotografen

und…und…und. Wie gesagt – der Junge ist mit dem Thema durch.

Robert Kneschke StockfotografieBesonders interessant fand ich das Kapitel „Andere Stockfotografen“. Im Interviewstil kommen dort Weggefährten von Robert Kneschke zu Wort, die erfolgreich in der Branche unterwegs sind. Es ist spannend zu lesen wie sie vorgehen, worauf sie sich spezialisieren, was sie im Durchschnitt mit ihrer Arbeit verdienen. Und es ist ernüchternd.

Denn was dieses Buch hervorragend vermittelt ist die Tatsache, dass Stock-Fotografie harte, strukturierte, sorgfältige Arbeit ist. Das Fotografieren macht vielleicht zehn Prozent der Arbeit aus. Der Rest ist Ideenfindung, Beschaffung von Locations und Requisiten, Post-Processing, Upload und Verschlagwortung. Jede noch so kleine romantische Vorstellung vom schnellen Geld mit eigenen Fotos wird einem gründlich ausgetrieben. Hier ist Professionalität gefragt und kühles Rechnen.

Für wen ist dieses Buch geeignet?

„Standardwerk“ mag ein abgedroschener Begriff sein – hier trifft er voll und ganz zu. Stock-Fotografen und solche, die es werden wollen, kommen an Robert Kneschkes Buch nicht vorbei. Es sein denn, sie besuchen regelmäßig seinen Blog.

Fazit

Allen, die Stock-Fotografie als Möglichkeit für sich entdecken, mit ihren tollen Fotos Geld zu verdienen, sei dieses Buch schon mal vorsorglich in die Wiege gelegt. Wie oben bereits erwähnt: wer nach der Lektüre immer noch an seinem Plan festhält, hat gute Chancen. Ein gehöriges Maß an Disziplin ist dafür erforderlich, genauso wie Hartnäckigkeit und Fleiß. Das gute Auge für Motive sei dabei als selbstverständlich vorausgesetzt.

Klar wie die Kloßbrühe: 5 Sterne.

Die Daten

Robert Kneschke. Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen Fotos erschien am 16. März 2016 im mitp-Verlag. 4. Auflage 2016, 568 Seiten, Softcover, gebunden, in Farbe, 17 x 24 cm. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN 978-3958451155
Preis Buch 34,99 Euro | E-Book 29,99 Euro
Hier geht es zur Leseprobe.

Rezension: Gerhard Reininger

Unsere Bewertung:
5 Sterne

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