Hans Feurer: Modefotograf

Gegen den Strom und dem Licht entgegen

Außerhalb der eidgenössischen Grenzen ist Hans Feurer (*1939) einer der bekanntesten und begehrtesten Modefotografen der Schweiz. Dort hat er unter anderem für die britische, französische und amerikanische Vogue fotografiert, oder auch für den exklusiven Pirelli-Kalender (1974). Er hat das wegweisende und radikale Modemagazin Nova [mit]gegründet (1965-1975) und wurde zum Hausfotografen der japanischen Modemarke Kenzo. Hierzulande kennt man aber eher die Namen seiner ehemaligen Assistenten, wie beispielsweise Patrick Demarchelier, oder die der Models, wie Iman, denen er zum internationalen Durchbruch verhalf. Er selbst blieb dagegen In der Schweiz ein bekannter Unbekannter.

Das soll sich aber nun mit der Ausstellung in der Photobastei Zürich ändern. In den großzügigen Ausstellungsräumen des 2. Stocks gibt der Veranstalter einen vier Jahrzehnte umfassenden Überblick aus dem Schaffen des Hans Feurer und will damit den rebellischen „Meister des Gegenlicht“ einem breiten Schweizer Publikum vorstellen.

Hans Feurer begann seine Karriere eigentlich als arrivierter Art Director für verschiedene Werbefirmen in London und arbeitete dort mit Fotografen wie William Klein, Frank Horvat, Edouard Bouba und Helmut Newton. Nach einer ersten abenteuerlichen Reise per Land Rover durch Afrika entschied er sich dann 1966 dazu selbst Modefotograf zu werden. Inspiriert hat ihn dabei neben des Glamours des Berufes vor allem das Licht des afrikanischen Kontinenten, gerade wenn es am frühen Morgen die Frauen sinnlich umspielte und gegen die Landschaften abzeichnete.

Schon kurz nach seiner Rückkehr nach London war er gut gebucht und feierte erste Erfolge. Konsequent fotografierte er seitdem mit instinktsicherem und leidenschaftlichem Auge und mit einer Abneigung  gegenüber gekünstelt wirkenden Bildern. Kein Blitz, kein Filter und kein Reflektor stören das, was er aus dem Möglichen eines Augenblicks, Models und Ortes herausholen kann und will.

„Ich finde, die Wirklichkeit ist etwas Magisches”, wird Feurer dann auch nicht müde zu betonen und schwimmt damit hart gegen den Strom digitaler Post-Production. Aber nur so entstehen diese  Modefotografien, die eine heute fast einmalige Farbigkeit, Authentizität und Lebendigkeit versprühen und in denen die Frauen immer eine starke Präsenz haben.

Hans Feurers Fotografien finden ihre Inspiration und Entsprechung auch in seinem eigenen Leben zwischen Zurückgezogenheit und Abenteuerlust. Man merkt, hier fotografiert einer, der sich in der Welt wohlfühlt und positiv in seinem Leben geerdet ist.

Besucherinformationen

Photobastei
Sihlquai 125, CH-8005 Zürich

Ausstellungsdauer: bis 30. Oktober 2016
Öffnungszeiten: Di bis Sa 12-21 Uhr, So 12-18 Uhr
Eintritt: CHF 12.-, ermäßigt CHF 8.-

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Photobastei

Hier geht es zur Homepage von Hans Feurer: www.hansfeurer.ch

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