Im Test: iPhone-App Filterra

Gut gedacht, ganz schlecht gemacht

iPhone-App Filterra: Die Bildbearbeitung funktioniert übersichtlich mit Schiebereglern

Filterra ist eigentlich eine nett gemachte App, übersichtlich gestaltet und gut zu bedienen – alles was sich der User wünscht. Das Programm hat nur einen systematischen Fehler: Es leitet ständig weiter zu kostenpflichtigen Erweiterungen und selbst was als „kostenlos“ deklariert wird, ist nicht unbedingt umsonst. Prophoto hat die App getestet.

iPhone-App Filterra: Eigentlich ist die App nett gemacht mit hilfreichen Tipps beim Start

Eigentlich sieht die App Filterra erfrischend gut aus: flaches Design, klare Ansagen, Schaltflächen, die sich leicht bedienen lassen – alles was für eine großartige App spricht. Aber das ganze Projekt hat einen gewaltigen Konstruktionsfehler. Denn Filterra wird kostenlos im App Store angeboten. Eigentlich. Tatsächlich aber wollen die Programmierer damit auch etwas Geld verdienen. Soweit, so gut, das ist nicht neu und viele Apps haben sogenannte In-App-Käufe. Aber hier wird das mit einer Penetranz umgesetzt, die ihresgleichen sucht.

Das Werbebanner am unteren Rand des Touchscreen ist ebenso wie der immer wieder eingeblendete Werbefilm geschenkt, auch wenn bei letztgenanntem Kriegsspiele nicht jedermanns Sache sind. Aber irgendwie scheint in den satten 112 Megabyte Download nicht viel enthalten zu sein. Denn außer ein paar Filtern muss alles andere noch zusätzlich heruntergeladen werden.

Und da beginnt das Problem. Man kann im Prinzip gar nichts machen, ohne etwas herunterladen zu müssen. Nach fünf Sekunden taucht das erste Pop-Up auf, das dazu animiert, eine positive Bewertung für die App abzugeben. Vielleicht kommen so all die guten Bewertungen im App Store zustande. Die Rückmeldungen beschränken sich meist auf Phrasen wie „toll“ und „wunderbar einfach“. Das ist für uns nicht nachvollziehbar.

iPhone-App Filterra: Wir haben dem Gratis-Schild nicht über den Weg getraut

Dass zusätzliche Effekte und Filter verkauft werden ist die eine Sache, dass durchgestrichene Preise gezeigt werden und dann ganz unten gut versteckt 3,99 Euro steht, ist eine ganz andere Sache. Da fühlen wir uns veräppelt. Und wenn für kostenlose Downloads das Kennwort für den App Store angefordert wird, dann trauen wir der Sache nicht mehr über den Weg. Vielleicht hätte es den Download kostenlos gegeben, wieso wir uns dafür im Store anmelden sollen, war uns nicht klar. Wir haben dankend verzichtet.

iPhone-App Filterra: Man soll kaufen – ohne Preisangabe

Leider sieht die App dann zwar nett aus, aber arbeiten lässt sich damit kaum. Die Bildbearbeitung funktioniert – vorausgesetzt, man hat die dauernd auftauchenden Umleitungen zu kostenpflichtigen Upgrades erfolgreich umschifft. Aber wer dann in der Bearbeitung angekommen ist, ist nervlich schon angeschlagen. So macht das einfach keinen Spaß. Wo die Einführung mit Erklärungen doch schon Lust auf mehr gemacht hätte.

Unser Fazit: Es gibt ausreichend Alternativen, Filterra ist nur etwas für Leute mit viel Geduld und guten Nerven. Und auch das tolle Design kann über die strukturellen Mängel in der Bedienung nicht hinwegtäuschen.

Filterra für iPhone und iPad (gratis), ab iOS 8.0
Downloadgröße 112 MB, Entwickler: Media Clouds, Version 1.7
https://itunes.apple.com/de/app/filterra-photo-editor-effects/id951704333?mt=8

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Prophoto.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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