Rezension: Peter Untermaierhofer. Lost Places fotografieren

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Leidenschaft und Technik gut vermittelt

Peter Untermaierhofer ist leidenschaftlicher Lost Places-Fotograf, was man seinem Buch mit seinem begeisternden und mitreißenden Schreibstil anmerkt.

Mit „nur“ vier Hauptkapiteln spannt das Buch den inhaltlichen Bogen von der Ausrüstung über das Auffinden eines Lost Place, der Kamerahandhabung und der Bildgestaltung bis zur Postproduktion mittels Photoshop und HDR Projects 4 Professional.

Was mir bei diesem Buch gut gefällt

  • Die wirklich umfangreiche Bebilderung: Neben sehr vielen Beispielbildern, die das Geschriebene sehr gut visuell verdeutlichen, gibt es sehr viele sehr gute Fotografien von Lost Places; diese sind mit Exif-Daten, aber ohne Ortsangaben versehen. Auch ohne das Buch zu lesen, macht es einfach nur Spaß, Untermaierhofers Lost Places Fotos anzuschauen.
  • Der persönliche Schreibstil von Untermaierhofer: er schildert seine persönlichen Erfahrungen und scheut sich dabei nicht, auf seine Fehltritte hinzuweisen. Nett finde ich es, wenn man als Leser persönlich angesprochen wird.
  • Die inhaltliche Spannbreite: obwohl hier (überwiegend) fotografische Grundlagen behandelt werden, gewinnt man einen sehr guten, abgerundeten Überblick über das Thema. Auch Fortgeschrittene können hier eine Vielzahl von Kniffen und Tipps abschauen.
  • Untermaierhofer erklärt alles haargenau und ist stets gut nachvollziehbar.

Rezension: Peter Untermaierhofer. Lost Places fotografieren

Was mir weniger gut gefällt

  • Zu Beginn des Buches stellt Untermaierhofer die Vorteile der HDR-Fotografie für Lost Places ausführlichst vor. Weil er dabei in eine halbe Gebrauchsanweisung für die Post-Produktion abschweift, wird es an dieser Stelle des Buches zu detailliert; weniger wäre hier mehr gewesen. Sich ausschließlich auf die Vorteile zu fokussieren und die „Gebrauchsanweisung“ später zu geben, hätte diesem Abschnitt des Buches mehr Kurzweil verliehen.
  • Untermaierhofer veranschaulicht das Geschriebene mit Bildern. Häufig stellt er dabei anhand zweier Beispielfotos vorher / nachher bzw. gut/ weniger gut vor. Bei einigen Beispielen (z.B. beim Thema Symmetrie auf Seite 99) kann ich keine Unterschiede erkennen.
  • Um einen Lost Place zu finden, rät der Autor dazu, Google Earth zu verwenden und diskutiert, ob man sich mit Gleichgesinnten austauschen soll. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies die einzigen Möglichkeiten zum Auffinden einer solchen Location sein sollen. Einen Lost Place zu finden, ist das schwierigste überhaupt und deshalb hätte ich mir hierzu mehr Hinweise über Recherchemöglichkeiten gewünscht.

Einen ersten Eindruck von Peter Untermaierhofers Bildern kann man in diesem kurzen Video gewinnen:

Fazit

Inhalt: ** **
Lesbarkeit: ** ** *
Grafik: ** ** *
Kaufempfehlung: ** *

Insgesamt ergeben sich über alle Teilkriterien hinweg 4 von 5 Sternen.

Die Daten

Peter Untermaierhofer. Lost Places fotografieren erschien am 1. September 2016 im dpunkt.verlag. 215 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN: 978-3-86490-314-4 
Buch: 34,90 Euro | E-Book 27,99
Hier geht es zur Leseprobe.
Hier gibt es einen Beitrag mit dem Autor in der ZDF-Mediathek (Ausschnitt aus dem heute journal vom 19.05.2016).

Rezension: Holger Pfromm

Unsere Bewertung:

4 Sterne

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