Traces of Hope – Teil 6

Afghanistan 2012

„Bilder sagen mehr als Worte“ – der Satz ist so abgedroschen, dass ich zögere, ihn zu verwenden. Aber dennoch gehört er hierhin und ist wahr: Was Reportagefotograf Jo Müller auf seiner Suche nach Traces of Hope in Afghanistan erlebt hat, ist in seinen Bildern um so vieles deutlicher zu erkennen als in seinen wenigen (dennoch natürlich aussagekräftigen!) Worten. In Teil 6 unserer Artikelserie führt uns Jo nach Afghanistan im Jahre 2012. Es ist seine zweite Reise in diese Region. Er ist unterwegs mit der US Army in der Paktika-Provinz, einer Hochburg des organisierten Aufstands, direkt an der Grenze zu Pakistan. Man sagt, von hier käme die Mehrzahl  der Aufständischen, die für Sprengfallen, Selbstmordattentate und ständige Attacken auf Koalitionskräften und Afghanen gleichermaßen verantwortlich seien. Die amerikanischen Einheiten ermöglichen Jo einen tiefen Einblick in die Aktivitäten der NATO von zivilen Aufbauprogrammen bis hin zum Reintegrationsprogramm für ehemalige Taliban.

Lassen wir die Bilder sprechen. Jo kommentiert, wo es zum Verständnis nötig ist:

FOB (Forward Operation Base) Sharana: Cpl. Aaron Baldon von der US Army war mein Hauptkontakt vor Ort, und er ist heute einer meiner besten Freunde.

FOB (Forward Operation Base) Sharana: Sgt. Dionisio „Danny“ Alcala’ und sein unverkennbares Tattoo. Zwischenzeitlich hat er nachweislich deutlich mehr davon…

Auf einem Basar in Sharana. Diese Kinder, diese Augen.

Gleicher Basar, andere Kids, immer noch großartig. An diesem Tag hatte ich viele gute Momente vor der Linse. Allerdings hätte uns auch fast ein Selbstmordattentäter erwischt. Dazu gibt es ein Video: 
Ein vermutlich muslimischer Selbstmordattentäter wollte die Truppe, mit der ich unterwegs war, in die Luft sprengen. Aber es war ein anderer Muslim, der uns warnte. Und ein weiterer Muslim übersetze für mich, denn mein Pashto ist Schei.... Und unter ca. weiteren 100 Muslimen hatte ich vor dem Vorfall ein schönes Gespräch, in einem Dorf von rund 5000 freundlichen Muslimen. An diesem Tag erlebte ich ein A.....loch-Muslim-Verhältnis von etwa 1/5102. Vielleicht eine Anregung, um eine Menge von Stereotypen und sehr dummen Kommentare zum Islam, die man in den sozialen Medien findet, zu überdenken. 

Auf dem Flug ins pakistanische Grenzgebiet mit der US Army. Dort, so hieß es, kämen all die Aufständischen her. An diesen Einsatz hab ich keine besonders guten Erinnerungen.

Danny und Aaron nach einem Außeneinsatz zurück auf der Base: Zigarren, alkoholfreies Bier und viele Gespräche, mal lustig, mal ernst. So waren unsere Abende.

Fortsetzung folgt!

Bis dahin gibt es mehr Informationen

– auf Jos Homepage: www.jomueller-photography.com
– und auf seiner Facebook-Seite

© Netzwerk Fotografie und Jo Müller.

Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung.

..

 

Die anderen Artikel verpasst? Macht nichts: bitte hier entlang!
Traces of Hope – Teil 1. Auf der Suche nach Hoffnung in Kurdistan
Traces of Hope – Teil 2. Eine gute Idee?
Traces of Hope – Teil 3. Die Vorbereitung
Traces of Hope – Teil 4. Das Material
Traces of Hope – Teil 5. Afghanistan 2011
Traces of Hope – Teil 7. Afghanistan 2013

image_pdfimage_print

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen