Traces of Hope – Teil 8

Kurdistan 2016

In der 8. und letzten Folge unserer Serie begleiten wir Jo Müller im Herbst 2016 direkt an die Front nach Mossul. Diesmal ist er mitten unter den Peschmerga direkt im Geschehen. Jo hat zwölf Bilder ausgesucht – es ist die vielleicht eindringlichste und berührendste seiner Serien. Die dazugehörige Videosequenz setzen wir an das Ende unseres Artikels. Sie bildet den ganz besonderen Abschluss einer einzigartigen Reportage. Und wer Jos Bilder einmal ganz direkt betrachten möchte, der kann das vom 12. Januar bis 7. Februar 2017 in der Galerie am Maxmonument in München tun.

Uns bleibt in diesem vorerst letzten Artikel nur ein schlichtes Danke an Jo Müller. Danke für berührende Bilder und eindringliche Texte. Danke für das Nahebringen einer uns fremden und weit von uns entfernten Welt, in der Konflikte ausgefochten werden, die auch uns direkt betreffen. Danke für das Aushalten, das Wagen und Riskieren. Danke für die Empathie und die Vermittlung, für die Eindringlichkeit und Klarheit. Danke für die fantastische Zusammenarbeit.

Und jetzt heißt es – jedenfalls in dieser Serie – zum letzten Mal:

Die Bilder erzählen – und Jo kommentiert.

Hiva Haji Mirkhan, kurdische Parlamentarierin und zwischenzeitlich liebgewonnene Freundin. Hier in einem vom IS befreiten Dorf. Das Haus, in dem der IS-Kommandeur hauste, ist ziemlich hinüber. In ihren Händen: eine IS-Propaganda-Schrift.

Ein Peschmerga feuert einen Mörser ab. Auf der anderen Seite der ballistischen Kurve möchte man eher nicht stehen. Die Geschosse haben eine Mündungsgeschwindigkeit von über 200 m/s. Für so ein Bild braucht man viel Glück.

Eine alte Frau, die noch wenige Stunden zuvor in einem vom IS besetzten Dorf festgehalten wurde. Sie konnte mit ihrer Familie fliehen. In diesem Moment kam sie gerade über den Checkpoint - und war in Sicherheit.

Die weiblichen Peschmerga haben mich sehr beeindruckt. Furchtlos, stolz und wild kämpfen sie gegen den IS. Diese hier habe ich am Mossul-Staudamm getroffen und portraitiert.

Kampferprobter Peschmerga an einer der unzähligen Frontstellungen.

Im Blick: ein vom IS besetztes Dorf, keine 300 Meter von der Frontlinie entfernt. Jeden Tag Feuergefechte.

An der Front von Makhmour. Eine Peschmerga, mit der ich zwischenzeitlich gut befreundet bin, schießt auf Stellungen des IS.

An der Front vor Mossul, kurz nach einem heftigen Feuergefecht mit dem IS. Nahkampf hinterlässt einen ganz eigenen Blick in den Gesichtern von Soldaten. Blicke wie diesen habe ich sehr oft in Kurdistan gesehen…

Leuchtspurgeschoss eines M-240 Maschinengewehrs. Das Tal ist durch Leuchtmörser in ein gespenstisch gelbes Licht getaucht, ich sitze mit Lebensmittelvergiftung neben dem Schützen und bekomme DIESEN Schuss. Hat sich gelohnt.

Scharfschütze, der seine Dragunow abfeuert. Die ausgeworfene Hülse des 7,62mm Geschosses rechts im Bild.

Arabischer Flüchtlingsjunge an der Front bei Makhmour kurz nach Beginn der Mossul-Offensive. Die riesigen Augen erinnerten mich an einen Jungen, den ich Jahre zuvor in Afghanistan fotografiert hatte…

Kleines Flüchtlingsmädchen, das mich immer wieder daran erinnert, worum es eigentlich geht: um die Erkenntnis darüber, dass Krieg schrecklich ist.

Ein Abschluss

Bitte nehmt Euch etwa 6 Minuten Zeit für das Finale unserer Artikelserie.

Mehr Informationen gibt es hier:

– auf Jos Homepage: www.jomueller-photography.com

– und auf seiner Facebook-Seite

© Netzwerk Fotografie und Jo Müller.

Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung.


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Die anderen Artikel verpasst? Macht nichts: bitte hier entlang!
Traces of Hope – Teil 1. Auf der Suche nach Hoffnung in Kurdistan
Traces of Hope – Teil 2. Eine gute Idee?
Traces of Hope – Teil 3. Die Vorbereitung
Traces of Hope – Teil 4. Das Material
Traces of Hope – Teil 5. Afghanistan 2011
Traces of Hope – Teil 6. Afghanistan 2012
Traces of Hope – Teil 7. Afghanistan 2013

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Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen