Rezension: Thomas Hoppe. Farbmanagement für Fotografen

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Kompakte Information über Farbmanagement

Mich hatte das Buch interessiert, weil ich von anderen, die meine Fotos im Internet in verschiedenen Browsern betrachtet hatten, immer wieder zu hören bekam, dass nach deren Empfinden auf ihren kalibrierten Monitoren die Farben meiner Fotos nicht stimmen würden. Und nach meinem Empfinden stimmten sie auf meinem bereits kalibrierten Monitor. Ich wollte also etwas mehr über Farbmanagement erfahren, und herausfinden ob ich irgendwo Fehler gemacht hatte. Dabei hat mir das Buch eigentlich nicht wirklich weitergeholfen, denn die Bedienungsanleitung meines X-Rite i1 Profilers war für mich gut genug, den Monitor richtig zu justieren.

Dennoch ist es ein gutes Buch. In sieben Kapiteln wird Farbmanagement ausführlich und auch für Laien verständlich erklärt. Besonders lesenswert ist im zweiten Kapitel die Beschreibung der Workflows im Farbmanagement. Es beginnt mit der Beschreibung der Farbräume und Hinweisen darüber, für welches Ausgabemedium man am besten welchen Farbraum benutzt.

Rezension: Thomas Hoppe. Farbmanagement für FotografenDas Kapitel drei beschäftigt sich mit Messgeräten und Hilfsmitteln für die Aufnahme, Justierung und Betrachtung der farbigen Motive. Wer sich bisher noch nicht mit Farbmanagement beschäftigt hat, wird spätestens jetzt merken, dass es sinnvoll ist eine Farbtafel anzuschaffen, ein Profilierungsgerät zu nutzen und im Betrachtungsraum für eine standardisierte Beleuchtung zu sorgen.

Das Kapitel vier erläutert die Profilierung des Monitors und war für mich das wichtigste, erläutert es doch im Detail die einzelnen Arbeitsschritte mit vier verschiedenen Profilierungsgeräten, darunter auch mein X-Rite i1, der Datacolor Spyder5 Elite, der Eizo ColorNavigator und der NEC SpectraView Profiler. Das ist gut erklärt und hilft dabei, sicher zu sein, bei der Justierung keinen Fehler zu machen oder gemacht zu haben. Nichts ist schlimmer als ein falsch justierter Monitor!

Das Kapitel fünf beschäftigt sich ausführlich mit der Kalibrierung eines Scanners und der SilverFast Software. Das war für mich weniger interessant, weil ich diese Software nicht im Einsatz habe. Wer tiefer in das Farbmanagement einsteigen will, erhält hier auch gute Anleitungen für die Erstellung eines eigenen Kameraprofils und den Einsatz des Profils in Capture One.

Kapitel sechs beschreibt die Profilierung eines Druckers. Wer seine Fotos selbst ausdruckt und dazu nicht Dienstleister benutzt, kommt um das Studium dieses Kapitels nicht herum, wenn er sicherstellen will, dass seine Bilder auch „richtig“ ausgedruckt werden.

Das letzte Kapitel sieben erläutert die Nutzung des Farbmanagements in den Bildbearbeitungsprogrammen Capture One, Adobe Lightroom und den Programmen der Adobe Creative Cloud.

Mein Fazit

Wer sich noch nie mit Farbmanagement und seinen Fachbegriffen beschäftigt hat und sich über die „schlechten“ Farben seiner Fotos wundert, sollte sich dieses Buch zulegen. Es kann ihm die Augen öffnen und verstehen helfen. Wer nur die JPEG Dateien aus seiner Kamera oder seinem Smartphone in das Internet stellt, braucht es nicht wirklich. Vier Sterne.

Die Daten

Thomas Hoppe. Farbmanagement für Fotografen erschien am 20. März 2017 im mitp-Verlag. 1. Auflage 2017, Softcover, 280 Seiten, komplett in Farbe, 17,2 x 1,5 x 24,1 cm. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN 978-3958454552
Preis Buch 34,99 Euro | E-Book 29,99 Euro
Hier geht es zur Leseprobe.
Sehr nützlich: Hier gibt es ein Testbild und die Anleitung dazu als ZIP-Datei. 

Rezension: Volker Gottwald

Unsere Bewertung:

Farbmanagement für Fotografen (mitp Edition ProfiFoto) (Broschiert)

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Thomas Hoppe. Farbmanagement für Fotografen; mitp Verlag
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