Jesse Diamond. White Noise

Schwarzweiß-Fotografien mit Strahlkraft

Gestern Abend wurde in der Leica Galerie Wetzlar die Ausstellung White Noise eröffnet. Karin Rehn-Kaufmann, Generalbevollmächtigte Leica Galerien International, begrüßte den Fotografen Jesse Diamond, der die Hintergründe seines Fotoprojektes erläuterte, das im Wesentlichen von 2005 bis 2011 entstand.

Für Diamond entwickeln sich seine Bilder aus der Denkweise eines Dokumentarfilmers. Das ermöglicht es ihm, kombiniert mit einem intuitiven filmischen Stil, kompromisslose Bilder zu schaffen: „Ich konzentriere mich auf die Momente des realen Lebens und suche nach den seltenen Begebenheiten, die sich mit Worten nicht beschreiben lassen“, so der Fotograf.

Die Ausstellung ist bis zum 28. August 2017 zu sehen.

Die Bildgeschichten von Jesse Diamond wirken oft rätselhaft und doch fasziniert bei jeder Aufnahme die ungewöhnliche Komposition. Geprägt durch die Strahlkraft der kalifornischen Sonne und die unendlichen Strände überrascht es daher kaum, mit welcher Intensität der US-amerikanische Fotograf Lichtphänomenen und Wassertexturen in seinen Bildern nachspürt. Dazu kommen viele scheinbar zufällig festgehaltene Momente des städtischen Alltags, wobei Diamonds Blick auf seine Zeitgenossen von großer fotografischer Experimentierfreude bestimmt wird – oftmals lohnt ein zweiter Blick. Auffällig sind in der mit einer analogen Leica M6 erarbeiteten Schwarzweißserie White Noise die grafischen, fast gänzlich abstrakten Strukturen und Flächen – das Motiv scheint bisweilen fast aufgelöst – neben überraschenden Details. Dabei leben alle Motive von der einzigartigen Darstellung einer unterschwelligen Spannung zwischen Ruhe und Dynamik.

Die früheste Aufnahme dieser Bildserie entstand bereits 1999 bei einem Aufenthalt in Indien und zeigt aus fotografischer Fernsicht an einem Küstenstreifen zwei entfernte Gruppen von jeweils vier Männern, wobei die Bildkomposition von den horizontal verlaufenden Strand- und Wasserflächen bestimmt wird. Ein ganz typisches Bild der Serie. „Ich liebe den Look des weißen Raumes und die Art, wie das Thema aus der Mitte der Bilder heraus wächst. Das ist der eigentliche Fokus: Dinge in einer Landschaft, die von weißem Licht heraus gewaschen werden. Daher erscheint mir der Titel White Noise als sehr passend.“

Über Jesse Diamond

Jesse Diamond, geboren 1970 in Los Angeles, besuchte die Cal Arts University, an der er als Musiker ausgebildet wurde und als zweites Fach Bildende Kunst studierte. Inspiriert von einer Reise nach Afrika im Jahr 1995 fasste er den Entschluss, sich ganz auf die Fotografie zu konzentrieren.

Seine Karriere als professioneller Fotograf ist so vielfältig wie seine Themen. Neben seinen künstlerischen Einzelprojekten arbeitet er auch als Auftragsfotograf. 2004 wurde Diamond als Fine Art Photographer des Jahres von den International Photography Awards ausgewählt. Im Jahr 2012 war er Mitgründer von eyeist.com, einem online Portfolio-Review-Service für Fotografen. Jesse Diamond lebt in Los Angeles.

Weitere Informationen sind unter www.jessediamond.com abrufbar.

Alle Bilder der Ausstellung wurden auf dem Papier Photo Rag® Ultra Smooth mit freundlicher Unterstützung der Firma Hahnemühle gedruckt.

Besucherinformationen zur Ausstellung

Leica Galerie Wetzlar
Am Leitz-Park 5, D-35578 Wetzlar
Tel. +49 (0) 6441 - 2080-0

Ausstellungsdauer: bis 28. August 2017 
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10-20 Uhr, Sa u. So 10-18 Uhr

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Leica.

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