#städte_erleben. Instagram-Fotos analog

Instagram-Fotos aus und in Berlin und Nürnberg

Vom Smartphone ins Museum heißt es bis zum 26. November 2017 in den Museen für Kommunikation in Nürnberg und Berlin. Beide Häuser präsentieren zum ersten Mal gemeinsam die Ausstellung „#städte_erleben. Instagram-Fotos analog“. Gezeigt werden die Siegerfotos aus einem Fotowettbewerb, der im vergangenen Sommer an Pegnitz und Spree stattfand.

Zu den sieben Hashtags (thematischen Schlagwörtern) #stadtoasen_erleben, #architektur_erleben, #stadtteil_erleben, #stadtbeinacht_erleben, #reflexion_erleben, #mobilität_erleben, #kultur_erleben posteten Teilnehmer zwischen 18 und 60 Jahren Fotografien auf Instagram. 224 Aufnahmen aus Bundeshauptstadt und Frankenmetropole wurden von lokalen Jurys für die Ausstellung ausgewählt. Hier verändert sich die Perspektive: Anstatt der Wiedergabe auf einem kleinen Smartphone-Display schaut der Betrachter nun eine 20 mal 20 Zentimeter große Reproduktion auf Papier an.


„Die Ausstellung richtet sich damit an Nutzer von Instagram und jene, die nicht auf dieser Fotoplattform unterwegs sind“, erläutert Robert Hackner. Er leitet das Online-Büro der Stadt Nürnberg und ist zum dritten Mal Mitorganisator der Instagram-Ausstellungen. In Nürnberg ist Bürgermeister Christian Vogel Schirmherr der Präsentation. Die Instagram-Fotos zeigen mit Sehenswürdigkeiten, Alltagsszenen und nächtlichen Impressionen ein buntes Panorama urbanen Lebens. „Durch die quadratischen Bilder bekommt der Betrachter einen ganz anderen Eindruck von der jeweiligen Stadt“, erklärt Marion Grether, Direktorin des Museums für Kommunikation Nürnberg.

Zwei Städte – sieben Hashtags

Durch die sieben Hashtags tauchen die Besucher in eine urbane Vielfalt ein: So treffen etwa Berlins größter Bezirk Treptow und Nürnbergs liebenswerter Stadtteil St. Johannis aufeinander. So sind Impressionen der eindrucksvollsten Grabstätte Deutschlands, dem Nürnberger Johannisfriedhof, wo etwa der Renaissance-Maler Albrecht Dürer begraben liegt, zusammen mit dem in der Spree stehenden Monumentalkunstwerk „Molecule Man“ des amerikanischen Bildhauers Jonathan Borofsky in einem Raum zu sehen.

Gleichzeitig wird der Blick bei #mobilität_erleben auf die Berliner IGA-Seilbahn, wartende Fahrgäste am Bahnsteig oder Freeride-Moutainbiker am Nürnberger Hauptmarkt gerichtet. Diese Städte spiegeln, wie #reflexion_erleben dem Betrachter veranschaulicht. Das gilt allerdings nicht nur für Gebäudefassaden mit Glasfenstern. „Auf großen Wasserflächen oder etwa in kleinen Pfützen nach einem Regenguss lassen sich tolle Reflexionen erkennen“, erläutert Museumsdirektorin Marion Grether. So spiegeln sich das Brandenburger Tor und der Berliner Fernsehturm in einer Pfütze oder das Nürnberger Opernhaus in einem Straßenspiegel.

Mit Smartphone und Profi-Kamera geht es auf Motivsuche

Über 1600 Bilder wurden beim diesjährigen Fotowettbewerb von 71 Nürnberger und 117 Berliner Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingereicht. „Die Qualität der Bilder nimmt technisch jedes Jahr zu“, resümiert Robert Hackner. Der Anteil von Bildern die mit Spiegelreflex- oder Systemkameras gemacht wurden, ist inzwischen deutlich höher als Aufnahmen mit dem Smartphone. Sie verfügen heute über Softwarefilter, die das Bild optimieren. Instagram stellt selbst auch verschiedene Filter bereit, mit denen Bilder unterwegs mühelos und schnell bearbeitet werden können. So lässt sich etwa die Farbwirkung mit nostalgisch anmutenden Sepiatönen verändern.

Bilder sind aus unserer alltäglichen Kommunikation kaum noch wegzudenken: Mehr als 700 Millionen Nutzer weltweit versehen auf Instagram pro Minute 56.000 Fotos mit einem Hashtag (#). 2010 gegründet, ist Instagram mittlerweile eine der beliebtesten online-Plattformen. Seit 2012 gehört das Foto- und Videoportal zum Facebook-Konzern. Kaum hochgeladen, werden die Fotos von den eigenen Abonnenten (wie die Freunde oder Follower dort heißen) aus der ganzen Welt kommentiert oder mit Herzchen gelobt werden. Nutzer ohne Account können sich die Bilder über den Browser ansehen. Ursprünglich hatten alle Bilder und Videos auf Instagram eine quadratische Form, in Anlehnung an Polaroid-Kameras und die Kodak-Instamatic. In der Ausstellung wird deutlich, dass heute auch andere Formate möglich sind.

Nürnberg und Berlin – fotogene Städte

Mitorganisiert werden Ausstellung und Begleitprogramm von Instagramern aus Berlin, die sich @OfficialFanOfBerlin nennen und den @IgersNürnberg. „In beiden Städten gibt es eine lebendige Szene von engagierten Instagram-Fotografen“, erläutert @OfficialFanOfBerlin-Instagramerin Mina Becker. Nürnberg bietet für Robert Hackner als fotogene Stadt ebenfalls eine Vielzahl an Motiven: „Die Bandbreite reicht vom historischen Burggarten über den modernen Business Tower bis zum Beachvolleyball-Turnier am Hauptmarkt.“

Die Ausstellungen in Nürnberg und Berlin richten sich an Nutzer von Instagram und jene, die nicht auf dieser Fotoplattform unterwegs sind. Besucherinnen und Besucher können sich in der Ausstellung auf Fotografien freuen, die das Digitale ins Analoge zurückholen. Sie erfahren gleichzeitig Wissenswertes über Geschichte und Anwendungsweise von Instagram.

Besucherinformationen

Museum für Kommunikation Berlin
Leipziger Straße 16, D-10117 Berlin-Mitte
Tel +49 (0)30 202 94 0

Ausstellungsdauer: 26. November 2017
Öffnungszeiten: Di 9-20 Uhr | Mi bis Fr 9-17 Uhr | Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, bis 17 Jahre frei

Museum für Kommunikation Nürnberg
Lessingstraße 6, D-90443 Nürnberg
Telefon +49 (0)911 230 88 0

Ausstellungsdauer: 26. November 2017
Öffnungszeiten: Di bis Fr 9-17 Uhr | Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 5 Euro, bis 6 Jahre frei

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Museum für Kommunikation Berlin und Museum für Kommunikation Nürnberg.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

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