Wildlife Photographer of the Year: die Gewinner

Brent Stirton gewinnt mit bewegendem Nashorn-Bild

Memorial to a species © Brent Stirton Wildlife Photographer of the Year 2017, Grand title winner

Die Gewinner des Wildlife Photographer of the Year Wettbewerbes wurden gestern Abend im Rahmen einer Zeremonie im Natural History Museum in London, das den jährlichen Wettbewerb abhält, gekürt.Fotojournalist Brent Stirton gewann für sein Bild „Mahnmal für eine Spezies“ die Auszeichnung als Naturfotograf des Jahres. Sein Bild wurde zum eindrucksvollsten und denkwürdigsten Foto des gesamten Wettbewerbs gekürt. Es zeigt ein gewildertes Nashorn im südafrikanischen Hluhluwe Imfolozi-Park, dessen Horn bestialisch abgehauen wurde.

Einst eine der zahlreichsten Nashornarten sind schwarze Nashörner nun durch die Wilderei und den illegalen internationalen Handel mit Nashörnern gefährdet. Für den Fotografen war der Schauplatz dieses Verbrechens einer von mehr als als dreißig Orten, die er im Zuge seiner Reportage über dieser tragischen Geschichte aufsuchte.

Jurymitglied Roz Kidman Cox sagt: „Eine so tragische Szene beinahe majestätisch in ihrer skulpturalen Kraft abzubilden, verdient die höchste Auszeichnung. Das Bild zeigt die Rohheit, aber auch große Eindringlichkeit und daher die Würde in dem gefallenen Riesen. Es ist auch ein Symbol für eines der verschwenderischsten, grausamsten und unnötigsten Umweltverbrechen, das den größtmöglichen öffentlichen Aufschrei auslösen muss. “

Der Direktor des Naturhistorischen Museums, Sir Michael Dixon, kommentiert: „Brents Bild unterstreicht das dringende Bedürfnis der Menschheit, unseren Planeten und die Arten, mit denen wir ihn teilen, zu schützen. Das schwarze Nashorn bietet ein düsteres und herausforderndes Gegenstück zur Geschichte von ‚Hope‘, unserem Blauwal. Wie die vom Aussterben bedrohten schwarzen Nashörner wurden die Blauwale einst fast bis zur Auslöschung bejagt, aber die Menschheit handelte im globalen Maßstab, um sie zu schützen. Dieses schockierende Bild eines Tieres, das für seine Hörner geschlachtet wurde, ist ein Aufruf zum Handeln für uns alle.“

The good life © Daniël Nelson. Young Wildlife Photographer of the Year 2017, Grand title winner

 

Daniël Nelson hat die Auszeichnung für den Young Wildlife Photographer des Jahres 2017 mit seinem charismatischen Portrait eines jungen westlichen Flachlandgorillas aus der Republik Kongo gewonnen, der auf dem Waldboden faulenzt und dabei eine afrikanische Brotbaumfrucht zu sich nimmt. Daniëls Bild fängt die unauflösbare Ähnlichkeit zwischen wilden Affen und Menschen ein und die Bedeutung des Waldes, auf den sie angewiesen sind.

„Diese intime Szene eines Gorillas auf dem Waldboden ist friedlich, ein Zustand, den wir uns für all diesen großartigen Kreaturen wünschen würden“, sagt Daniel Beltra, Jurymitglied und früherer Gesamtsieger.

Die beiden Bilder wurden aus 16 Kategoriesiegern ausgewählt und zeigen die unglaubliche Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten, von der Darstellung von selten gesehenem Tierverhalten bis hin zu versteckten Unterwasserwelten. Insgesamt wurden 50.000 Fotografien aus 92 Ländern eingereicht und von der sechsköpfigen Experten-Jury bewertet, darunter auch die gebürtige deutsche Naturfotojournalistin Britta Jaschinski.

Prämiert wurden auch einige deutsche Fotografen, darunter Ingo Arndt, Klaus Nigge und Christian Ziegler.

Ausstellungen

Alle 100 Bilder werden auch wieder in Ausstellungen zu sehen sein. Den Deutschlandauftakt macht am 25. November 2017 das Westfälische Pferdemuseum Münster. Ab 1. Dezember 2017 ist die Ausstellung außerdem in der Schweiz zu sehen und zwar exklusiv im Naturhistorischen Museum Basel.

Aktuell wird die Ausstellung vom 20. Oktober 2017 bis zum 28. Mai 2018 im Natural History Museum in London gezeigt.

Der nächste Wildlife Photographer of the Year Wettbewerb wird am Montag, den 23. Oktober 2017 eröffnet. Hier gibt es mehr Informationen.

Publikation

Natural History Museum (Hrsg.). Wildlife. Fotografien des Jahres – Portfolio 27 erscheint heute, am 18. Oktober 2017 im Knesebeck Verlag.

Gebunden mit Schutzumschlag, 160 Seiten, 150 farbige Abbildungen, aus dem Englischen von Ulrike Kretschmer.

ISBN: 978-3-95728-086-2

Preis:  [D] € 34,95 | [A] € 36,-

Quellen: Pressemeldung  Natural History Museum und Knesebeck Verlag.

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Anja Hoenen