Rezension: H. Hirsch / K. Mosebach. Gute Fotos, harte Arbeit

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Erfrischend anders oder von Fehlern lernen

Hermann Hirsch und Karsten Mosebach sind renommierte und erfahrene Naturfotografen. Sie geben anhand von 21 unterschiedlichen Sujets tiefe Einblicke in ihr fotografisches Arbeiten. Diese Sujets können am besten mit Motiv-Szenen beschrieben werden. Beispiele: Fotografien von Orchideen im Wald, Hirsch im Gehege, Felsen an der Küste und Vögel in der Stadt.

Rezension: H. Hirsch / K. Mosebach. Gute Fotos, harte Arbeit
Kapitel „Schlau genug für den Fuchs“: Ein Jungfuchs beobachtet seine Geschwister beim Spielen in der Abenddämmerung. Durch eine flache Perspektive in einer Treckerspur konnte der Fuchs aus der Umgebung gelöst werden, ohne dass er hinter Grashalmen verschwand. // © Hermann Hirsch

So erläutern die Autoren beispielsweise folgende Foto-Themen:

  • Arbeits- / Herangehensweisen bei Sujets / Motiven
  • verwendete Ausrüstung
  • Zusammenarbeit mit anderen Fotografen, Naturschützern und Jägern
  • Auswahl von Locations
  • Bildgestaltung durch Änderung der Perspektive, Farbtemperatur, der Aufnahmezeit und Wahl des Hintergrundes
  • Mehrfachbelichtungen und kreative Gestaltungsmöglichkeiten

Rezension: H. Hirsch / K. Mosebach. Gute Fotos, harte Arbeit
Kapitel „Heimliche Orchideen. Makrofotografie im Wald“

Das Besondere an der Buch-Konzeption ist: Neben den Top-Fotos sind auch die weniger guten Vorgänger-Aufnahmen veröffentlicht. Daran erläutern Hirsch und Mosebach, was ihnen daran nicht gefiel. Und erklären Schritt für Schritt die fotografischen Lösungen, die dann zu den Top-Fotos führten.

Dieses außergewöhnliche Konzept ist sehr gut geeignet, angehende Naturfotografen an das Genre heranzuführen. Mich als Anfänger motiviert und beruhigt es zu wissen, dass auch solche Koryphäen wie die Autoren sich über diverse Fehlschläge an die Top-Bilder „heranrobben“ müssen.

Rezension: H. Hirsch / K. Mosebach. Gute Fotos, harte Arbeit
Kapitel „Beim Flussregenpfeifer“: Manchmal sind es die kleinen Dinge, die wichtig sind: Nach vielen „normalen“, nicht angeschnittenen Bildern hielt der Flussregenpfeifer neben einem gekrümmten Halm. Um diesen mit ins Bild zu nehmen, wurde der Vogel bewusst in den Anschnitt gesetzt. // © Hermann Hirsch

Auffällig im Buch sind der geschmeidige Erzählstil und die geringe Techniklastigkeit. Letzteres bedeutet, dass Dinge wie Farbtemperatur und Ansteuern von externen Blitzlichtgeräten nicht erläutert, sondern als bekannt vorausgesetzt werden.

Leider sind Beispielfoto und dazugehöriger Text nicht auf einer (Doppel-) Seite. Man muss also ständig hin- und herblättern, um Text und Bild überein zubekommen. Ich finde dies ausgesprochen lästig, da mein Lesefluss permanent unterbrochen wird. Ein Beispiel:

Nett wären auch weiterführende Verweise auf nützliche Homepages (z.B. Vogelkundler), Literatur oder Organisationen gewesen.

Fazit

Das Buch erhält von mir folgende Bewertung:

  • Inhalt: 5 Sterne
  • Lesbarkeit: 3 Sterne
  • Grafik: 5 Sterne
  • Kaufempfehlung: 5 Sterne

Das ergibt gerundet insgesamt die Bestnote von 5 Sternen.

Die Daten

Hermann Hirsch, Karsten Mosebach. Gute Fotos, harte Arbeit: Wege zum perfekten Naturfoto erschien am 4.September 2017 im fotoforum-Verlag. 168 Seiten, Festeinband mit Halbleinen, 23 x 23 cm
ISBN: 978-3-945565-06-3
Preis: 29,90 €

Hier geht es zur Leseprobe.

Rezension: Holger Pfromm

Unsere Bewertung:

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