Christian Borth, Thomas Windisch. Augenblicke

Poetic Exhibition

Noch bis zum 27. April 2018 präsentiert die Prince House Gallery in Mannheim die Werke der Fotografen Christian Borth (presented by Prince House Gallery) und Thomas Windisch (presented by Heinz Liesenberg) sowie zwei Arbeiten von Henri Cartier-Bresson.

Christian Borth (Mannheim/Paris) ist ein erfahrener Modefotograf, der bereits für zahlreiche namhafte Magazine arbeitete und ein besonderes Gespür für den Menschen und seine theatralische Inszenierung hat.

Der gebürtige Österreicher Thomas Windisch (Gratkorn AT) – ehemaliger Berufssoldat – sucht mit seiner Ausrüstung weltweit abgelegene, verlassene und zuweilen verbotene Orte auf, die beim Betrachter Sehnsüchte nach vergangenen Augenblicken aufkommen lassen.

Im Format der Poetic Exhibition erfinden sich beide Fotografen ein Stück weit neu und gehen eine spannungsreiche Fusion ihrer ganz unterschiedlichen Bildwelten und Bildsprachen ein. Begleitet werden die neun Zusammenstellungen von lyrischen Texten (Helga Köbler-Stählin und Kristin Wolz), die den Paarungen eine eigene Sprache verleihen.

Die Modefotografie steht wie kein anderes Genre für den inszenierten Augenblick und eine Welt voller Glanz und Dekor.

Sie ist ohne den Eingriff des Fotografen nicht denkbar.

Erst durch seine Zutaten wird etwas Sichtbares geschaffen.

Ganz anders verhält es sich dagegen in der Lost-Places-Photography.

Sie spürt Orte auf, die dem Verfall und dem natürlichen Gang der Dinge überlassen wurden.

Dabei kommen für den Betrachter zwei Momente zusammen: der Augenblick des hier und jetzt Verfallenen und Vergessenen sowie das Aufschimmern einer fernen Zeit, eines Augenblickes, den wir nur rückwirkend erahnen können.

Ihr Reiz besteht in diesem doppelten Augenblick, in dem Raum, der sich zwischen beiden Momenten eröffnet.

Der Augenblick in der Fotografie

In der Geschichte der Fotografie kommt dem Begriff des Augenblicks eine besondere Bedeutung zu. Er kennzeichnet von Anbeginn das Neue der Gattung, das keiner anderen Kunstgattung bis dato eigen war: das Einfangen und Festhalten eines kurzen Ausschnittes des zeitlichen Verlaufs der Geschichte. Die Reportagefotografie avancierte darum zum wichtigsten Medium auf der Suche nach dem authentischen Moment. Von der Kriegsberichterstattung bis zu den Milieustudien aus den Armenvierteln New Yorks oder Londons reichen ihre Aufnahmen. Zu einem ihrer bedeutendsten Vertreter gehört Henri Cartier-Bresson (1908-2004), Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum:

„Von allen erdenklichen Ausdrucksmitteln fixiert allein die Fotografie einen bestimmten Augenblick. Wir beschäftigen uns mit Dingen, die wieder verschwinden und die man, wenn sie erst verschwunden sind, unmöglich wieder zum Leben erwecken kann.“
(aus: Henri Cartier-Bresson: Der Entscheidende Augenblick, 1952)

Aus den 1930er Jahren, als Cartier-Bresson in New York bei Paul Strand weitere fotografische Erfahrungen sammelte, stammen zwei Arbeiten, die ebenfalls in der Prince House Gallery ausgestellt werden. Sie zeigen reportagehafte Momente vom Straßenleben in New York und stehen Pate für ein Medium, das einem einzigartigen Moment einen Sinn verleihen kann und ihn so in einen ewigen Augenblick verwandelt.

Besucherinformationen

Prince House Gallery
Turley-Straße 8 , D-68167 Mannheim
Tel +49 (0) 621 483 453 391

Ausstellungsdauer: bis 27. April 2018
Öffnungszeiten: Mo, Mi bis Fr 12-17 Uhr und nach Vereinbarung

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Prince House Gallery.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Die Photographien: Die vom Künstler selbst ausgewählten Hauptwerke (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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