Projekt „Philosophieren über Fotografie“ gewinnt DGPh-Bildungspreis

Ganzheitliches Vermittlungskonzept an Gymnasium überzeugt

Projekt „Philosophieren über Fotografie“ gewinnt DGPh-Bildungspreis
Dionysos, © Laura Kaiser

Die Jury hat entschieden, das fotografische Seminar „Philosophieren über Fotografie“ von Martina Zöls am Gymnasium Untergriesbach mit dem DGPh-Bildungspreis 2018 auszuzeichnen.

Das Projekt verbindet auf vorbildliche Weise den Umgang mit dem Medium der Fotografie in Theorie und Praxis.

Den Schülern der Oberstufe des Gymnasiums wird in dem wissenschafts-propädeutischen Seminar auf vielschichtige Weise Medienkompetenz vermittelt – angefangen von der Geschichte der Fotografie, den ersten praktischen Erfahrungen des Sehens und der Vorstellung von Philosophen und Kulturkritikern bis hin zu Praxisübungen und der künstlerisch inszenierten Präsentation eigener Arbeiten.

Überzeugend fand die Jury dabei das ganzheitliche Vermittlungskonzept von Martina Zöls.

So lernen die Jugendlichen im theoretischen Teil unter anderem die Unterschiede zwischen dokumentarischer Fotografie und inszenierter Fotografie kennen, die jeweils an konkreten Beispielen verdeutlicht werden.

Im praktischen Teil erfahren sie neben dem Umgang mit der digitalen Kamera, dass die analoge Schwarzweißfotografie auch in digitalen Zeiten nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Die Ausarbeitung in der kleinen Dunkelkammer der Schule lieferte dazu die Erkenntnis, dass die Anfertigung eigener Abzüge allerdings auch sehr aufwendig ist.

Projekt „Philosophieren über Fotografie“ gewinnt DGPh-Bildungspreis
Aphrodite, © Laura Kaiser (Selbstporträt)

Unterstützt wurde das Projekt in enger Kooperation durch die Galerie Soiz in Passau, die es ermöglichte, verschiedene Ausstellungen auch außerhalb der Öffnungszeiten zu besuchen und so über Fotografie in ihren verschiedenen Ausrichtungen zu reflektieren. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Darüber hinaus war die Eigenleistung der Schüler besonderer Schwerpunkt. In Referaten zu 25 verschiedenen Themen wurde etwa das Unheimliche in der Fotografie, Fotografie als Waffe, Surrealismus und Fotografie sowie die Kriegsfotografie beleuchtet. Die Dokumentation des Seminarprojekts, vor allem auch die Quintessenz zu den einzelnen Themenfeldern, verdeutlicht die große Freude beim Vermitteln der teils sehr anspruchsvollen Aspekte rund um das Medium Fotografie.

„Fotografie – das von Schülern vielbenutzte, aber völlig unbekannte und unterschätze Medium. Da muss man doch was ändern!“ So beschreibt Martina Zöls ihre Motivation für die vielschichtige Vermittlung und Vorstellung der Fotografie in ihrer ganzen Bandbreite und omnipräsenten Anwendung.

Die diesjährige Jury, der die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Ulli Seegers sowie der Vorstand der Sektion Bildung (Dr. Sandra Abend und ihre Stellvertreterin Berti Kamps und ihr Stellvertreter Jan Schmolling) angehörten, konnten aus insgesamt 23 Projekten auswählen.

Projekt „Philosophieren über Fotografie“ gewinnt DGPh-Bildungspreis
Jury DGPh-Bildungspreis 2018: v.l.n.r.: Jan Schmolling, Dr. Sandra Abend, Berti Kamps, Prof. Dr. Ulli Seegers, © Emma Rubio

Lobende Erwähnungen

Der Jury ist es wichtig, einige der eingereichte Arbeiten in Form einer lobenden Erwähnung besonders hervorzuheben. Dazu gehören:

  • Facebook offine, ein Fotoprojekt mit Jugendlichen ohne Schulabschluss von Susanne Keichel
  • NEOENKEL –  ein interkulturelles, intergenerationelles Fotoprojekt mit jungen Geflüchteten und Senior*innen, vorgestellt von Jörg Meier
  • COLOUR CODES – ein Fotoprojekt von Tina Umlauf
  • „Menschen kennen lernen“ – ein fotografisch, dokumentiertes Projekt von Karl Scholten
  • Fotoprojekt „Mach Dir ein Bild“ – mit afrikanischen Kindern und Jugendlichen eingereicht von der Projektleiterin Marie Köhler.

Einen Überblick über die bisher mit dem Bildungspreis ausgezeichneten Projekte gibt es unter https://www.dgph.de/preise/bildungspreis.

via: Pressemitteilung der Deutschen Photographischen Gesellschaft (DGPh).

 

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