Joseph Rodriguez. Spanish Harlem

Das Mekka für puerto-ricanisch-amerikanische Kultur

Die Galerie Bene Taschen in Köln präsentiert noch bis zum 30. Juni 2018 Spanish Harlem, eine Serie von Cibachrome-Prints aus den 1980er Jahren von Joseph Rodriguez.

Joseph Rodriguez, geboren und aufgewachsen in Brooklyn, ist bekannt für seine intimen Porträts amerikanischer und globaler Subkulturen der letzten vier Jahrzehnte. In dieser Serie lädt uns Rodriguez in die Straßen und Häuser des New Yorker Viertels Spanish Harlem ein. Die Bilder, die in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre entstanden, zeigen den Gemeinschafts- und Familiengeist, der im Zentrum der Nachbarschaft steht sowie die Bewohner, die Karten spielen, Musik aus Boomboxen hören oder ausgelassen auf der Straße tanzen.

Obwohl Kriminalität und Gewalt omnipräsent zu sein scheinen, erschafft Joseph Rodriguez würdige Porträts der Einwohner anstatt den Blick auf die Armut zu lenken. Denn ohne die Intimität und den Zugang, den die Anwohner Spanish Harlems Rodriguez gewährten, wäre diese Serie nie entstanden. Nach eigenen Erfahrungen mit Drogen und Verbrechen als Minderjähriger wandte sich Rodriguez der Fotografie zu, um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Die Empathie, die er mit den Anwohnern teilt, ist somit außerordentlich stark.

Die Fotoausstellung ermöglicht es den Besuchern, das Viertel zu einer Zeit zu erleben, in der dieses nur für Insider oder direkte Anwohner zugänglich war. Gleichzeitig hilft sie, das Wesen und die Kämpfe des New Yorker Mekkas für puerto-ricanisch-amerikanische Kultur zu verstehen.

Die Serie, veröffentlicht als Monographie (2017, bei powerHouse) unter dem Titel Spanish Harlem: El Barrio in the ‘80s“ ist eine überarbeitete Neuauflage einer 26-seitigen Titelgeschichte für National Geographic (Mai 1990). Viele der in der Ausstellung der Galerie Bene Taschen gezeigten Cibachrome-Prints werden erstmals in Deutschland ausgestellt.

Über Joseph Rodriguez

Joseph Rodriguez (geb. 1951, Brooklyn, New York) begann Mitte der 1980er Jahre mit der Fotografie. In Anlehnung an den sozial-dokumentarischen Stil nutzt er die Fotografie, um Stereotype zu brechen und die Welt den wahrheitsgetreuen Porträts des amerikanischen Kampfes auszusetzen. Die Menschen stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Seine Bilder sind oft das Produkt langer Arbeitsprozesse, in denen er das Vertrauen seiner Mitmenschen erlangt hat. Die Ergebnisse sind rohe, mutige und lebhafte Bilder, die die Widerstandsfähigkeit und Schönheit seiner Themen wiederspiegeln.

Rodriguez hat mehrere Auszeichnungen gewonnen. Seine Arbeiten sind in zahlreichen führenden Institutionen ausgestellt. Darüber hinaus werden seine Fotografien regelmäßig in bekannten Zeitungen und Magazinen wie der New York Times, dem Spiegel und dem National Geographic veröffentlicht.

Ausgewählte öffentliche Sammlungen: LACMA – Los Angeles County Museum, Los Angeles; Internationales Zentrum für Fotografie, New York; Smithsonian American Art Museum, Washington DC; Die Open Society Foundation, New York.

Besucherinformationen

Galerie Bene Taschen
Moltkestraße 81, D-50674 Köln
Tel +49 163 61 30 694

Ausstellungsdauer: bis 30. Juni 2018
Öffnungszeiten: Mi bis Sa 13-18 Uhr

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Galerie Bene Taschen.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

image_pdfimage_print
Anja Hoenen