Zum 7. Mal in Bochum: urbEXPO

Verlassene Orte und ihre Geschichte

Mit 19 Künstlern und Künstlerinnen findet in Bochum noch bis zum 24. Juni 2018 die Ausstellungsreihe urbEXPO zu den Themen Verlassene Orte und Ästhetik des Verfalls statt. Wie im Vorjahr werden ausschließlich thematische Bildserien gezeigt.

Die urbEXPO gibt es seit 2012 einmal im Jahr an historisch bedeutsamen Orten im Zentrum Bochums. Sie ist eine der größten regelmäßig stattfindenden Fotoausstellungen ihres Genres im deutschsprachigen Raum.

Die Fotografen und ihre Bildserien

Andrea Bienert, Berlin: »Presidio Modelo«
Presidio Modelo ist ein Gefängnis auf Kuba, das von 1931 bis 1967 in Betrieb war. Zu seinen prominenten Insassen zählten untet anderem Fidel und Raul Castro sowie Juan Almeida.

Kathrin Broden, Hennef: »The Asylum«
Die brutalistische Architektur der ehemaligen Lungenheilanstalt steht seit 1999 als „Monument historique“ auf der Liste der Baudenkmäler in Frankreich.

Oliver Engel, Krefeld: »Outside In«
Die Serie setzt sich mit der Rückeroberung von verlassenen Orten durch die Natur auseinander und zeigt unterschiedliche Stadien dieses Prozesses in verschiedenen Bauwerken in Belgien, Deutschland und Malaysia.

Thomas Gerwert, Meerbusch: »Lost in the woods«
Das verlassene Anwesen in Belgien ist komplett überwuchert. Im Dickicht trifft der Besucher auf Fundstücke aller Arten: Autos, Fahrräder und Radios, die längst keine Nachrichten mehr empfangen.

Katharina Haney, Regensburg: »Lightpainting meets Lost Places«
Mit der Serie von K. Haney zeigt die urbEXPO erstmals Arbeiten aus dem Bereich Lightpainting. Mit Hilfe verschiedener Lichtquellen und Langzeitbelichtungen entstehen Lichtobjekte in der Dunkelheit verlassener Orte.

Marion Kehren, Viersen: »Eisengießerei für hand- und maschinengeformten Grauguss«
Die ehemalige Gießerei beschäftigte in ihren besten Zeiten mehr als 200 Facharbeiter bis sie nach 100 Jahren der internationalen Konkurrenz nicht mehr standhalten konnte und für immer ihre Pforten schloss.

Sebastian Klaffka, Bad Oldesloe: »«
Auf dem Autofriedhof verfallen die Rettungsfahrzeuge, die bei der Katastrophe von Tschernobyl 1986 eingesetzt wurden. Während die Fahrzeuge zunehmend verfallen, ist die Strahlendosis in ihnen teilweise immer noch tödlich.

Rainer Moor, Hamm: »Remains of the 2004 Olympics in Athens«
Sie sind ein Aushängeschild für die ausrichtenden Nationen und ein immenser Wirtschaftsfaktor: Die Olympischen Spiele. In der Regel werden die oftmals eigens gebauten Sportstätten nach dem Großereignis nicht mehr genutzt und sind dem Verfall preisgegeben. So auch die Stätten der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen.

Mona Moraht, Berlin: »The Wine Cathedral«
Die spanische Genossenschaftskellerei wurde zwischen 1919 und 1922 erbaut und war bis 1991 in Betrieb. Aufgrund mangelnder Rentabilität schloss die Weinkellerei. Obwohl sie unter Denkmalschutz steht, verfällt sie im Laufe der Jahre.

Erik Oettinghaus,Wetter: »Die Zeit steht still«
Es ist erstaunlich, was manche Bewohner beim Verlassen ihres Hauses zurücklassen: Gläser mit Eingemachtem, von Spinnweben überzogene Dosendeckel oder ein alter Wecker als Symbol vergangener Zeiten. Die Serie zeigt Fundstücke aus Belgien, Frankreich und Luxemburg.

Jens Perkiewicz, Brüggen: »Written«
Während Wertsachen aus verlassenen Orten schnell verschwinden, bleiben oft Schriftstücke jeglicher Art zurück und verraten viel über die Geschichte eine Unternehmens oder das private Schicksal der Bewohner.

Olaf Rauch, Bochum: »Chocolat«
Rund 60 Jahre wurden in der ehemaligen Manufaktur Reformhausprodukte und Schokolade produziert. Seit der Schließung 1991 verfallen die Gebäude und Maschinen. Bis 2016 lebte eine Nachfahrin des Firmengründers ohne Wasser und Strom auf dem Gelände.

Kristina Salm, Frechen: »Zurück zur Natur«
Das Grün, das sich beständig seinen Weg bahnt, sorgt dafür, dass diese Orte nicht nur den Geist dessen verströmen, was einst war, sondern gleichzeitig von einem Neubeginn künden, bei dem wieder die Natur und nicht der Mensch die Geschicke dieses Ortes lenkt.

Frederik Schildberg, Recklinghausen: »Grenzkonflikte«
Im Dreiländereck bei Aachen zeugen Panzersperren und zurückgelassene Panzer im Wald von einer Zeit, die nicht von einem vereinigten Europa sprechen, sondern von der Zeit des Kalten Krieges und des Wettrüstens.

Christian Schmöger, Kitzingen: »Textile Factory«
Die ehemalige Textilfabrik in Italien produziert schon lange nicht mehr. Nur riesige Produktionshallen und Büros mit Zeichentischen für die Entwürfe zeugen von der einstigen Bedeutung des Textilbetriebs.

Frank Schreier, Gera: »Stadtbad«
Das Stadtbad wurde 2004 nach 88jährigem Betrieb wegen baulicher Mängel eingestellt. Seitdem liegt das Hallenbad in einem Dornröschenschlaf – abgesehen von vereinzelten Kulturveranstaltungen.

Ivo Stalder, Baden [CH]: »Verenahof-Geviert«
Der einst mondäne Komplex aus drei Hotels und diversen Bädern erlebt nach Schließung des letzten Hotels Anfang des Jahrtausends eine Wiedergeburt als Klinik für Prävention und Rehabilitation.

Nicole Staniewski, Uedem: »«
Die ehemalige Psychiatrie in Norditalien ist seit Anfang der 1980er Jahre geschlossen. Der Psychiater Franco Basaglio deckte die seinerzeit katastrophalen Zustände auf und erwirkte die Schließung vieler sogenannter Irrenanstalten in Italien.

Iris Wieschermann, Hattingen: »Industrieimpressionen«
Früher spielte die Industrie eine der wichtigsten Rollen im wirtschaftlichen Aufschwung. Egal ob es eine Zeche war, ein Metallbetrieb, die Lebensmittelindustrie oder andere Handwerksbetriebe. Die Zechen sterben und seit Jahrzehnten schlucken nun die großen Unternehmen die Kleinen.

Besucherinformationen

urbEXPO 2018
SCHLEGEL-Haus
Willy Brandt Platz 5-7, D-4787 Bochum

Ausstellungsdauer: bis 24. Juni 2018 
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 15-20 Uhr, Sa u. So 12-18 Uhr
Eintritt: 3,- €

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von urbEXPO.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen

Letzte Artikel von Anja Hoenen (Alle anzeigen)