Robin Hammond. Where Love is Illegal

Bedrohte Identität

Anlässlich der Pride Events in ganz Europa zeigt f³ – freiraum für fotografie in Berlin noch bis zum bis 2. September 2018 die Ausstellung Where Love is Illegal des international ausgezeichneten Fotografen Robin Hammond.

Die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und intersexuellen Menschen (LGBTI) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erhöht. In einigen Ländern können homosexuelle Paare eine eingetragene Partnerschaft registrieren lassen oder sogar heiraten, neutrale Geschlechtseintragungen oder die Anpassung von Namen im Ausweis sind möglich geworden.

Nach wie vor aber werden in 72 Staaten dieser Welt Menschen, deren sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nicht der Norm entsprechen, strafrechtlich verfolgt. Die Brutalität der Strafen ist schockierend: Geldstrafen, Gefängnis, Folter – in einigen Fällen auch die Todesstrafe – stehen auf der Agenda der täglichen Unterdrückung. Die Diskriminierung ist jedoch nicht auf diese Länder beschränkt, weltweit steigen Gewalt und Vorurteile gegen die LGBTI Community wieder an.

Mehrere Jahre reiste der Fotograf Robin Hammond – Mitglied der Amsterdamer Agentur NOOR – durch Länder, in denen LGBTI Menschen verfolgt und bedroht werden, und porträtierte Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle. Entstanden sind so hunderte Porträts von Menschen, die – offen oder im Geheimen – ihre Identität täglich neu verteidigen müssen, oft unter Gefahr für Leib und Leben.

Die Fotografien sind keine Porträts im herkömmlichen Sinne: Alle sind in enger Kooperation zwischen den Abgebildeten und dem Fotografen entstanden. Ihre persönliche Geschichte selbstbestimmt in Wort und Bild zu erzählen und so ein sichtbares Dokument ihrer täglichen Realität zu schaffen, gibt den Betroffenen ihre Identität und Würde zurück.

Aufgenommen hat Robin Hammond seine eindrücklichen Porträts auf Polaroid-Film, der ihnen eine eigene, fast surreale und traumhafte Bildästhetik verleiht. Durch die Aufnahmetechnik, die behutsame Annäherung an seine ProtagonistInnen und den Umgang mit dem avaliable light ist Where Love is Illegal nicht nur ein unschätzbares Dokument unserer Zeit, sondern demonstriert auch die außerordentliche Fähigkeit zur künstlerischen Ausdrucksform des Fotografen.

Über Robin Hammond

Der Dokumentarfotograf Robin Hammond (Neuseeland, 1975) ist Mitglied der Amsterdamer Agentur NOOR. Seine Langzeitpojekte wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem W. Eugene Smith Fund for Humanistic Photography, mit dem World Press Foto Award und mehrfach mit dem Amnesty International Award for Human Rights Journalism. Robin Hammond ist der Gründer der Organisation Witness Change, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit einsetzt. Seine Projekte werden regelmäßig in internationalen Medien publiziert, darunter National Geographic, BBC, The Sunday Times, Time, The Guardian.

Besucherinformationen

f³ – freiraum für fotografie
Waldemarstraße 17, D-10179 Berlin

Ausstellungsdauer: bis 2. September 2018
Öffnungszeiten: Mi bis So 13–19 Uhr
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von f³ – freiraum für fotografie.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

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Anja Hoenen