Bilder des Leica Oskar Barnack Award in Salzburg

Fotografien von Jan Grarup, Jing Huang und Patrick Willocq

Vom 13. Juli bis zum 4. August 2018 erwartet die Besucher der Leica Galerie Salzburg eine Gruppenausstellung ausgewählter Fotografen des Leica Oskar Barnack Award.

Bereits seit 1980 wird der renommierte Preis im Namen des Erfinders der ersten Kleinbildkamera vergeben. Eine internationale Jury verleiht den Award an Berufsfotografinnen und Berufsfotografen sowie jeweils an einen Newcomer unter 25 Jahren, deren treffsichere Beobachtungsgabe die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt in einer Bildserie von mindestens 10-12 Aufnahmen auf anschaulichste Weise zum Ausdruck bringt. Karin Rehn-Kaufmann ist seit 2008 Jurymitglied des Leica Oskar Barnack Award und hat den renommierten Fotografiepreis maßgeblich mitgestaltet und weiterentwickelt.

Jan Grarup (*1968), Fotojournalist aus Dänemark und LOBA Preisträger 2011, wurde für seine Bilder aus Kriegsgebieten und Krisenregionen ebenso mit dem World Press Award ausgezeichnet. Grarup dokumentierte unter anderem den Golfkrieg sowie den Genozid in Ruanda und Syrien. Seine Arbeiten wurden u.a. in The Guardian, Stern, Geo und Paris Match veröffentlicht.

Die Ausstellung zeigt Bilder, die Grarup 2010 nach dem verehrenden Erdbeben auf Haiti aufgenommen hat.

Jing Huang wurde 1987 in der südchinesischen Stadt Guangzhou geboren. Mit seiner Fotostrecke Pure of Sight gewann er den Leica Oskar Barnack Award Newcomer 2011.

Die Fotoserie ist keinem speziellen Thema gewidmet. Jede der einzelnen zwölf Schwarzweiß-Aufnahmen steht für sich und erzählt eine eigene Geschichte. Dabei hat der Fotograf eine Vielzahl von Motiven scheinbar wahllos zusammengestellt. Landschaften finden sich ebenso darunter wie Natur- oder Detailaufnahmen. Und doch hat jedes Foto eine ganz eigene Ausstrahlung. Scheinbar Alltägliches erhält etwas Magisches, das den Betrachter in seinen Bann zieht. Es ist dem jungen Fotografen gelungen, auch den vertrauten und belanglosen Dingen eine Tiefe zu verleihen.

Der Franzose Patrick Willocq (*1969) war 2017 unter den Finalisten des Leica Oskar Barnack Award und stach durch seine sehr ungewöhnliche und farbenfrohe Komposition der Serie You cannot pick a stone with one finger hervor. Darin widmet er sich dem afrikanischen Stamm der Ekonda in der Demokratischen Republik Kongo.

Eine junge Frau, die kurz vor der Geburt ihres Kindes steht wird Walé genannt. Sie lebt mehrere Jahre in Abgeschiedenheit, getrennt von ihrem Ehemann, umsorgt von weiblichen Stammesmitgliedern und täglich eingerieben mit einem roten Puder aus Ngola Holz. Bei ihrer Rückkehr in die Stammesgemeinschaft berichtet sie von ihren Erfahrungen in Liedern und Tänzen, die sie in einer feierlichen Aufführung darbietet.

Patrick Willocq konstruierte in Zusammenarbeit mit einigen Walés, ihren Clans, einem Ethno-Musikologen, einem Künstler und zahlreichen Kunsthandwerkern des Waldes aufwändige und surreale Szenenbilder, die von den Gesängen der Mütter der Ekonda inspiriert sind. Er fotografierte die Frauen inmitten des Dschungels in inszenierten Bildern.

Mit seiner Arbeit will Patrick Willocq den in den Medien verbreiteten Kriegsbildern der Region ein anderes, positives Bild entgegensetzen.

Besucherinformationen

Leica Galerie
Gaisbergstraße 12, A-5020 Salzburg
Tel. +43 662 875254

Ausstellungsdauer: 13. Juli bis 4. August 2018
Öffnungszeiten: Di bis Fr 14-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr
Eintritt: frei!

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Leica Galerie Salzburg.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Patrick Willocq: Songs of the Walés (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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