Europäische Kulturtage: Thessaloniki. Facetten einer Stadt

Mit einer Fotoausstellung des Thessaloniki Museum of Photography

Die Stadt Thessaloniki steht für europäische Kulturgeschichte zwischen Orient und Okzident. Seit jeher ist die nordgriechische Metropole Ankunfts- und Abschiedsort für Migrantinnen und Migranten und zeichnet sich durch ihre Multikulturalität und ein reges gesellschaftliches Leben aus.

Vier Wochen lang steht Thessaloniki nun im Fokus der 17. Europäischen Kulturtage des Museums Europäischer Kulturen (MEK). Über die Fotoausstellung Thessaloniki: Looking at time through moments – Photographs 1900–2017 und das vielfältige Veranstaltungsprogramm wird der Facettenreichtum der Stadt erfahr- und erlebbar: Die Arbeiten lassen Themen der Veranstaltungen visuell anschaulich werden.

Fotoausstellung

Die Fotografien der Ausstellung des Thessaloniki Museum of Photography gewähren Einblicke in das Leben Thessalonikis von 1900 bis heute. Historische Aufnahmen zeigen Ereignisse, die für die Stadt und ihre Bewohner bedeutend waren. Sie spiegeln, ebenso wie die Aufnahmen zeitgenössischer Fotografen, den urbanen Alltag wider.

Alle Arbeiten sind Leihnahmen aus Museen der Stadt wie auch von Privatpersonen, zusammengetragen und kuratiert von Hercules Papaioannou, Direktor des Thessaloniki Museum of Photography.

Veranstaltungsprogramm

Die Veranstaltungen vertiefen die Wirkung der Bilder. Inhaltliche Schwerpunkte widmen sich der Aufarbeitung der Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs von griechischer wie von deutscher Seite und dem bis heute bedeutenden Thema Migration. Verschiedene Perspektiven der Akteure und unterschiedliche künstlerische Ausdrucksmittel erweitern den Blick auf die Stadt und ihre Bewohner.

In Formaten, die mit den vielen hier lebenden ethnischen Communities entstanden sind, wie Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Konzerte, Performances, Gespräche und Filmvorführungen, erfahren Besucherinnen und Besucher viel über die Geschichte und Gegenwart dieser kosmopolitischen Stadt. Dazu trägt auch Hellas Filmbox einmal pro Woche mit Spielfilmen und Dokumentarfilmen bei.

Im Veranstaltungsprogramm werden vor allem auch aktuelle Fragen aufgeworfen, z.B. wie sich Thessaloniki der griechischen Staatskrise gestellt hat und welche kreativen Wege die Menschen gefunden haben, mit ihr umzugehen. Kulturschaffende und Politiker stellen Aktivitäten und Initiativen vor, so zum Beispiel am 25. August, mit Präsentation und Podiumsgespräch mit Stavroula Poulimeni (Journalistin, Thessaloniki) und Elias Anagnostopoulos (Tageszentrum für Flüchtlinge Alkyoni, Thessaloniki) zum Thema „Das Thessaloniki der Solidarität in Zeiten der Krise“.

Auch historische Ereignisse aus der reichen Geschichte und Kultur der Stadt stehen im Fokus, so z.B. am 1. September, wenn Kyriakos Chatzikyriakidis (Universität Thessaloniki) über „Thessaloniki: die Stadt der Flüchtlinge“ berichtet.

In weiteren Vorträgen und Gesprächsrunden werden u.a. die bedeutende jüdische Kultur, die die Stadt seit dem 15. Jahrhundert prägte, vorgestellt. Das brutale Ende dieser Kultur im Zweiten Weltkrieg, aber auch die Mechanismen der Reflexion, der Verdrängung und Erinnerung bilden einen wesentlichen Schwerpunkt. So beispielsweise bei dem Podiumsgespräch „Salonica – das untergegangene und vergessene »Jerusalem des Balkans«“ am 23. August, in dem es darum geht, wie während des Zweiten Weltkriegs die Nationalsozialisten die jüdische Gemeinde Thessalonikis auslöschten.

Schließlich lassen musikalische und kulinarische Genüsse die vier Wochen im Sommer zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Vernissage am 9. August wird bereits mit einigen Highlights aufwarten.

Jeden Dienstag gibt es eine Filmvorführung. Zwei Spielfilme und zwei Dokumentarfilme werden gezeigt, begleitet jeweils eine durch eine Einführung und ein anschließendes Gespräch.

Der Donnerstag und das Wochenende werden mit Vorträgen, Präsentationen und Gesprächen reich besetzt sein. Den Abschluss bildet eine Finissage am 9. September, bei der sich die Stadt selbst mit ihren vielfältigen kulturellen Aktivitäten präsentiert. Musik, Tanz, Wein und Kulinarik vervollständigen das Bild.

Über die Europäischen Kulturtage 2018

Die Europäischen Kulturtage 2018 Thessaloniki. Facetten einer Stadt sind ein Projekt des MEK in Kooperation mit der Botschaft von Griechenland in Deutschland, dem Magistrat der Stadt Thessaloniki, dem Thessaloniki Museum of Photography, der Heinrich-Böll-Stiftung in Thessaloniki, dem Zentrum Modernes Griechenland an der Freien Universität Berlin, Hellas Filmbox, dem Verein Respekt für Griechenland e.V. und den griechischen Communities in Berlin wie auch dem Verein der Freunde des MEK und dem Restaurant eßkultur.

Besucherinformationen

Museum Europäischer Kulturen
Arnimallee 25, D-14195 Berlin-Dahlem

Ausstellungsdauer: 9. August bis 9. September 2018
Eröffnung: 9. August 2018 18 bis 20 Uhr
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-17 Uhr, Sa u. So 11-18 Uhr
Eintritt: 8,00 EUR, ermäßigt 4,00 EUR

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Museum Europäischer Kulturen.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen