Wolfgang Tillmans: Kaiserringträger der Stadt Goslar 2018

Die Ausstellung zur Preisverleihung

Im Januar 2018 wurde die Auszeichnung bekanntgegeben, heute war es soweit: Der Fotograf Wolfgang Tillmans erhielt in der Kaiserpfalz in Goslar den Kaiserring. Anschließend eröffnete die dazugehörige Fotoausstellung im Mönchehaus Goslar. Sie präsentiert noch bis zum 27. Januar 2019 24. Februar 2019 (verlängert!) die weltweit beachteten Werke von Wolfgang Tillmans. Mit der Preisverleihung würdigt die international besetzte Jury das Schaffen des Künstlers, der in seiner Arbeit immer wieder gesellschaftliche Herausforderungen reflektiert.

Besser als alle anderen Erklärungsversuche beschreibt die Begründung der Jury zur Preisverleihung Leben und Werk von Wolfgang Tillmans:

Begründung der Kaiserringjury

„Die Jury hat einstimmig entschieden, dass der Kaiserring 2018 an Wolfgang Tillmans verliehen werden soll.

Der 1968 in Remscheid geborene, in Berlin und London lebende Künstler hat bisher bereits ein dichtes, vielschichtiges Lebenswerk geschaffen, das international rezipiert wird. Angetrieben wurde er dabei von den großen Fragen: nach der Wahrheit (auch nach der des Bildes), nach Erkenntnisgewinn, nach der Wahrnehmung der Gestirne, nach der Dokumentation der Fülle und Flüchtigkeit des unmittelbaren Lebens, nach Schönheit, nach Freundschaft, nach Freiheit.

Das zentrale künstlerische Medium ist für ihn die Fotografie. Deren Bedingungen hat er analytisch untersucht und deren Möglichkeiten ausgeschöpft bis hin zu abstrakten Arbeiten wie die Freischwimmer, die ohne Einbezug der Kamera entstehen oder den Fotografien der perfekten, aus Fotopapier geformten paper drops.

Auf seinen zahlreichen Reisen nutzte der Künstler die Kamera als Instrument, um die Vielfalt der Erscheinungen unserer globalisierten Welt wie auch die Einzigartigkeit der Orte festzuhalten.
Ein wichtiges Thema für Wolfgang Tillmans ist die Ausstellung als eigene künstlerische Formation. Räume gestaltet er persönlich und vor Ort in einem intensiven, teils intuitivem, teils analytischen Prozess. Vitrinen als auch die verschiedenen, genau festgelegten Formate der Fotografie sowie verschiedene Techniken der Hängung spielen dabei eine große Rolle. Der Betrachter wird in einen intensiven Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozess involviert, bei dem die Blickrichtungen wechseln und Verknüpfungen hergestellt werden.

In jüngster Zeit, angesichts der massiven Zunahme rechtspopulistischer Strömungen und erschüttert durch den Brexit, nutzt er die Möglichkeiten des Künstlers, mit seinen Mitteln aktiv politisch und gesellschaftlich wirksam zu werden. So entwarf er mehrere Plakatkampagnen, die zur Wahlbeteiligung aktivieren und sich bewusst für Europa und gegen rechtspopulistisches Gedankengut auflehnen. Die Analyse des Mediums der Fotografie, das Ausloten ihrer Grenzen, sowie das Austarieren zwischen Poesie und Ernüchterung machen Wolfgang Tillmans zu einem der bedeutendsten Künstler unserer Zeit.“

Über den Kaiserring Goslar

Der Goslarer Kaiserring ist ein international anerkannter Preis für moderne Kunst. Er wird seit 1975 von der Stadt Goslar verliehen. Die ersten Preisträger waren Henry Moore, Max Ernst und Alexander Calder. Ihnen folgten Pioniere der Gegenwartskunst wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Nam June Paik, Christo, Cindy Sherman oder Jenny Holzer. Vor Wolfgang Tillmans erhielten in den letzten Jahren unter anderem Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Olafur Eliasson, Boris Mikhailov und zuletzt Isa Genzken den Preis.

Besucherinformationen

Mönchehaus Museum Goslar
Mönchestraße 1, D-38640 Goslar

Ausstellungsdauer: 27. Januar 2019 24. Februar 2019 (verlängert!)
Öffnungszeiten: Di bis So 11-17 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Mönchehaus Museum Goslar.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Wolfgang Tillmans (Taschenbuch)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen