Jan Banning. RED UTOPIA

Kommunismus 100 Jahre nach der Russischen Revolution

Kirov district office, Kaluga province (Russland) © Jan Banning

ZEPHYR Raum für Fotografie in Mannheim zeigt noch bis zum 13. Januar 2019 eine Fotoausstellung des niederländischen Fotografen Jan Banning.

Was ist 200 Jahre nach Karl Marx´ Geburtstag und 100 Jahre nach der Oktoberrevolution von der großen kommunistischen Utopie übrig geblieben? Nicht viel, sagt Jan Banning.

Der niederländische Fotograf dokumentierte und sezierte mit liebevoller Distanz die Welt der kommunistischen Parteien anhand ihrer Büros: Meist dürftig ausgestattete Verwaltungsstuben, ob in Russland, Italien, Portugal, Nepal oder Indien. Seine Bilder zeigen aber auch die Idealisten, die im Zeitalter des entfesselten Kapitalismus ihren Glauben an eine bessere Welt nicht verloren geben.

Jan Bannings Serie RED UTOPIA entstand zwischen 2013 und 2017 in Städten und Dörfern von fünf Ländern, in denen politisch aktive Gruppen den Geist des Kommunismus am Leben halten. Bereits die Ausschmückung der Büros macht deutlich, dass hier die Geschichte des Kommunismus eine wichtige Rolle spielt. Oft sind die Räume mit Hammer und Sichel, roten Fahnen und Wimpeln geschmückt, mit Porträts und Büsten von Marx, Engels und Lenin, aber zuweilen eben auch von Stalin und Mao oder lokalen Größen.

Circolo Milei Veneziano, Rossano, Calabria (Italien) © Jan Banning

So erlaubt die Ausstattung der Büros nicht nur Rückschlüsse über den materiellen Status, sondern ebenso über das historische und ideologische Verständnis der porträtierten Genossen. Bei ZEPHYR wird diese Serie nun erstmals in Deutschland präsentiert.

Des Weiteren sind Bilder aus Jan Bannings Serie „Law & Order“ (2015) zu sehen, welche Szenen aus der Strafjustiz in vier Ländern gegenüberstellt. Bei den Fotos der Reihe „The Sweating Subject“ (2016) handelt es sich um Herrschaftsbilder von Stammesführern mit ihrem Hofstaat in Ghana, in die sich Jan Banning als „Sweating Subject“  eingeschrieben hat.

Publikation

RED UTOPIA. Communism 100 years after the Russian Revolution. Gestaltung: Peter Jonker
144 Seiten, 62 Abbildungen, Hardcover. Ipso Facto (NL) / Nazraeli Press (CA, USA) 2017
ISBN: 978-1590054673
Preis: 49,95 Euro

Über Jan Banning

Jan Banning (*1954) studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, bevor er sich der Fotografie zuwandte.

In seinen dokumentarischen Arbeiten konfrontiert der Niederländer den Betrachter mit  strukturellen Aspekten der Gesellschaft und historischen Folgewirkungen in unterschiedlichen Ländern.

Internationale Bekanntheit erzielte er 2008 mit „Bureaucratics“, einer Serie über Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in aller Welt und deren Büros. Zwei Jahre später zeichnete der Fotograf mit der Serie „Comfort Women“ das Schicksal von indonesischen Frauen nach, die im Zweiten Weltkrieg zur Sexarbeit gezwungen wurden. Jan Bannings Bilder wurden international ausgestellt und gesammelt sowie mit vielen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2004 mit dem World Press Photo Award.

Mehr Informationen finden sich auf der Webseite des Künstlers.

Besucherinformationen

ZEPHYR | Raum für Fotografie
im Museum Bassermannhaus
C 4.9, D-68159 Mannheim
Tel +49 (0)621 293 2120

Ausstellungsdauer: bis 13. Januar 2019
Öffnungszeiten: Di bis So 11-18 Uhr und nach Vereinbarung
Eintritt: 7,00 €, ermäßigt 4,50 €, bis 6 Jahre frei

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von ZEPHYR | Raum für Fotografie und den Reiss-Engelhorn-Museen.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Red utopia (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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