Deutsche Börse Photography Foundation: To be continued

Über das Phänomen der Serialität in der Fotografie

Mike Mandel, Ohne Titel, aus der Serie “People in Cars”, 1970 © Mike Mandel. Courtesy of Robert Mann Gallery

Die Deutsche Börse Photography Foundation zeigt bis zum 11. Januar 2019 die Fotoausstellung To be continued. Mit über 120 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern aus der Art Collection Deutsche Börse widmet sie sich der Serialität und ihrer unterschiedlichen Anwendung in der Fotografie. Die Ausstellung ist in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, in Eschborn zu sehen.

To be continued – Fortsetzung folgt. Was aus populären Fernsehserien vertraut ist und auf die Erwartungshaltung und Sehgewohnheiten moderner Mediennutzer anspielt, gilt auch für in der Fotografie genutzte Verfahren. Mehr oder weniger zahlreiche Einzelbilder erfahren in der gemeinsamen Erzählung eines übergeordneten Themas eine inhaltliche und ästhetische Verbindung. Dabei kann der serielle Charakter eines fotografischen Werks zuweilen subtil in Erscheinung treten oder als visueller Rhythmusgeber deutlich vernehmbar sein.

Karl-Hugo Schmölz, Körfer, Capitol-Theater, Dortmund, von Bühne auf Balkon und Eingang, quer, 1950 © Archiv Wim Cox

Die ausgestellten Fotografien erfassen ein breites Spektrum der Beschäftigung mit seriellen Mustern und deren künstlerischer Umsetzung: vom akribischen, jedes Jahr erweiterten Langzeitporträt der vier Brown Sisters von Nicholas Nixon über die menschenleeren Lesesäle und Bibliotheken von Candida Höfer bis hin zu den heute beinahe vergessenen Weltkriegsfriedhöfen in Frankreich und Belgien bei Aymeric Fouquez.

Eine besonders konsequente Umsetzung der Serialität kennzeichnet die Werkgruppe Typologien des Künstlerpaares Bernd und Hilla Becher, die sich mit Industriefassaden im Ruhrgebiet auseinandersetzt und zu den Klassikern zeitgenössischer Fotografie gehören.

Julian Röder, Heiligendamm I, aus der Serie „ Summits“, Deutschland, 2007 ©Julian Röder

In anderen gezeigten Werken ergibt sich der serielle Charakter eher aus dem behandelten Thema. So wie bei Julian Röder, der mit seinem Projekt Summits mit einem konzeptionell-dokumentarischen Ansatz die Protestkundgebungen rund um verschiedene G8-Gipfel in ruhigen, geordneten Standbildern festhält.

Gleiches gilt für Beat Streuli: Seine Fotografien aus Fußgängerzonen internationaler Großstädte bewegen sich im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Anonymität und intimer Selbstversunkenheit der gezeigten Menschen.

Die Ausstellung wurde von Sebastian Knoll und Alexandra König kuratiert.

Künstlerliste

Bernd Becher (1931-2007) und Hilla Becher (1934-2015), Anna Blume (*1937) und Bernhard Blume (*1937), Rineke Dijkstra (*1959), Angela Fensch (*1952), Samuel Fosso (*1962), Aymeric Fouqez (*1974), Göran Gnaudschun (*1971), Jitka Hanzlova (*1958), Candida Höfer (*1944), Axel Hütte (*1951), Mike Mandel (*1950), Nicholas Nixon (*1947), Julian Röder (*1981), Thomas Ruff (*1958), Karl-Hugo Schmölz (*1917), Alfred Seiland (*1952), Beat Streuli (*1957), und Jürgen Teller (*1964).

Besucherinformationen

Deutsche Börse Photography Foundation
The Cube
Mergenthaleralle 61, D-65760 Eschborn

Ausstellungsdauer: bis 11. Januar 2019
Öffnungszeiten: Die Ausstellung kann nur nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. 
Termine für Führungen: nach Voranmeldung am Fr, 26.10.: 18.30 Uhr / Di, 6.11.: 18.00 Uhr / Fr, 16.11.: 18.30 Uhr / Do, 22.11.: 18.00 Uhr / Mi, 28.11.: 18.00 Uhr / Mo, 10.12.: 18.30 Uhr / Di, 8.1.2019: 18:00 Uhr, Fr, 11.1.2019: 18:30 Uhr. Weitere Termine für Gruppen sind nach Absprache möglich.
Anmeldung für Führungen: Online unter diesem Link 
Eintritt: frei!

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Börse Photography Foundation.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Julian Röder: World Wide Order (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen