TV-Tipp: Der Vietnamkrieg. Journalisten und andere Verräter

24.10.2018 / 06:00 / 90 min / phoenix
Der Vietnamkrieg. Journalisten und andere Verräter
Ein Film von Patrick Barbéris

Journalisten und andere Verräter

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M113-Schützenpanzer stehen bereit, als vietnamesische Flüchtlinge das Dorf My Tho in der Provinz Dinh Tuong während der Tet Offensive 1968 evakuieren. Public Domain, Link

Aus Sicht der US-Militärs wurde der Vietnamkrieg nur deshalb verloren, weil Journalisten zu frei berichten durften und zu vielen Menschen Einblick in die Brutalität des Kriegsgeschehens geboten wurde. Auch vor diesem Hintergrund entstanden die Regeln für die Berichterstattung aus dem Irakkrieg: Zensur und „embedded journalists“.

Können Fernsehbilder und Fotoreportagen den Verlauf eines Krieges entscheidend beeinflussen? Und wie verwandeln sich militärische Siege in politische Niederlagen? Diese Fragen musste sich der US-Generalstab während des Vietnamkriegs stellen, der als erster „Fernsehkrieg“ gilt.

Seit 50 Jahren ist die Militärgeschichte zugleich die der angespannten Beziehung zwischen Armee und Medien. Schließlich hat sich die Kriegsführung so tiefgreifend gewandelt, dass sich auch das Bild des Krieges in der Öffentlichkeit grundlegend verändert hat.

Am Beispiel der Tet-Offensive im Frühjahr 1968 nimmt Filmemacher Patrick Barbéris einen Wendepunkt im Vietnamkrieg unter die Lupe, um das Wesen moderner Konflikte und die Bilderproduktion in Kriegszeiten zu veranschaulichen.

TV-Tipp: Der Vietnamkrieg
Cholon nach der Tet-Offensive. By Meyerson, Joel D. – Migrated from Wikipedia where is was scanned by RM Gillespie from the following book: Meyerson, Joel D. Images of a lengthy war (1,986th ed.), Center of Military History ISBN: 9997382374. – Total pages: 225, Public Domain, Link

Exklusiv zu Wort kommen in dem Dokumentarfilm die berühmten Fotoreporter Don North, Peter Arnett, Ron Steinman, Jack Laurence, Joe Galloway und John Olson, die sich im Vietnamkrieg ihre ersten Sporen verdienten, sowie die Militärexperten und Vietnamveteranen General George Ron Christmas, General Robert Scales und General Earle Wheller.

Bilder, die heute zum Symbol des Krieges schlechthin geworden sind, werden vor dem Hintergrund unveröffentlichten Archivmaterials beleuchtet und mit Amateuraufnahmen von amerikanischen Soldaten verglichen. Damit wirft Patrick Barbéris auch ein neues Licht auf die gegenwärtige internationale Lage: Welchen Bedrohungen sind heute die Armeen ausgesetzt? Wie wird der Krieg der Zukunft aussehen?

Text mit freundlicher Genehmigung des ARD. Bildnachweise wie angegeben.

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