Josef Pausch. Sichtbares und Unsichtbares

Das unbekannte österreichische Foto-Genie

Wer war Josef Pausch? In Amerika und Japan wüssten Kunstinteressierte eine Antwort zu geben: Josef Pausch – das ist doch der Ausnahmekünstler, der bei den ganz Großen gelernt und assistiert hat und dann selbst groß geworden ist.

Die Leica Galerie Salzburg widmet diesem grandiosen Ausnahmekünstler bis zum 4. Mai 2019 eine Ausstellung im Schloss Arenberg. Zu sehen sind noch nie veröffentlichte Werke aus seinem umfangreichen Repertoire.

Ein Oberösterreicher aus Micheldorf, geboren 1948, zu früh gestorben 2010 in Linz. Josef Pausch lebte unter anderem in Mexiko und Amerika. Seine Werke hängen z.B. im Museo de Arte Moderne in Mexico City, im Museum of Art in Santa Fe, in der Bibliotheque Nationale in Paris, im Metropolitan Museum in Tokyo.

Er war Assistent von John Coplan, dem Gründer des Magazins Artforum. Er arbeitete mit Horst P. Horst, einem der bedeutendsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts, der für seine Portraits für die Modezeitschrift Vogue gefeiert wurde. Eine Zusammenarbeit gab es auch mit Robert Avedon, einem der ersten amerikanischen Fotokünstler, der Haute Couture nicht im Studio fotografierte, sondern in alltäglichen Situationen inszenierte. Seine eigene Begabung und die Inspiration durch die großen Vorbilder verliehen Pausch ein grandioses Auge, das immer wie ein Objektiv funktionierte. Er sah den Alltag als Ansammlung von Bildern, Collagen, Inszenierungen. Was wie Manie wirken mochte, war ein Aufgehen in Kunst.

Sein Werk wurde in Österreich jedoch kaum wahrgenommen. Dazu war es zu umfangreich, zu weitreichend, zu unzeitig. Das Geniale hat es oft schwer in der Rezeption, weil es keine Sprache für etwas gibt, was in die Zukunft weist. Das Auge von Pausch hat durch die Kamera in die Zukunft geblickt und in den 80er Jahren Fotostile und Welten geschaffen, die sich jetzt langsam dem Zeitgeist erschließen. Jetzt, wo andere Fotografen dort angekommen sind, wo Pausch vor dreißig Jahren war, wird sein Werk zugänglich.

Im Rahmen seiner ersten fotografischen Einzelausstellung im Jahr 1983 in Salzburg bescheinigte man ihm „optische Intelligenz“. Seine Fotografien, so hieß es, „weisen in gleichem Maße landschaftliche wie architektonische Komponenten auf und darüber hinaus auch eine deutliche Affinität zu Kunstformen der Avantgarde wie der Land-, Concept- und Minimal Art. Es ist eine leise Poesie des Sachlichen, die uns hier begegnet.“

Besucherinformationen

Leica Galerie im Schloss Arenberg
Arenbergstraße 10, A-5020 Salzburg
Tel. +43 662 640101

Ausstellungsdauer: bis 4. Mai 2019
Öffnungszeiten: Do 18-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr, So 12-16 Uhr
Eintritt: frei!

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Leica Galerie Salzburg.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen