Rezension: Valentin Gutekunst. Der Start in die Makrofotografie

Der Start in die Makrofotografie Book Cover Der Start in die Makrofotografie
Valentin Gutekunst
Makrofotografie
humboldt Verlag
10. September 2018
Softcover
224

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Gelungener Ratgeber für alle Freunde der Makrofotografie

Valentin Gutekust beschäftigt sich schon lange mit der Makrofotografie. Er betreibt die Webseite makro-treff.de und ist Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift Makrofoto. Des Weiteren vermittelt er sein Wissen und seine Erfahrung in Workshops und Coachings an interessierte Kunden. Für Valentin Gutekunst ist die Makrofotografie ein hervorragender Weg, sich mit der Natur zu beschäftigen, ihre Vielfalt kennen und schätzen zu lernen und zu begreifen, wie wichtig es für das ökologische Gefüge auf unserer Welt ist, die Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten.

Das Buch

„Der Start in die Makrofotografie“ ist ein handlicher kleiner Ratgeber, den man gerne auch unterwegs oder auf Reisen zur Hand nimmt. Wie alle Paperbacks mit einfacher Klebebindung bleibt das Buch nicht aufgeschlagen liegen. Das ist insofern kein großes Manko, da es darin nicht um Tipps zur Bildbearbeitung geht und man das Buch nicht parallel zur Arbeit am PC nutzen wird. Allerdings wird es wohl durch intensiven Gebrauch etwas aus der Form geraten. Eine Spiralbindung, wie sie oft bei Reise- oder Städteführern eingesetzt wird, könnte dem entgegen wirken und das Buch outdoor-tauglicher machen. Eine derartige Bindung würde auch automatisch dem wohl größten Manko des Buches entgegenwirken: Manche der Bildbeispiele sind über Doppelseiten angelegt und verschwinden aus technischen Gründen zum Teil im tiefen Klebefalz. Man muss sich regelrecht zurückhalten, um das Buch an diesen Stellen nicht vollständig platt zu drücken, damit alle Details der wunderbaren Fotos erkennbar werden.

Der Inhalt

Valentin Gutekunst teilt sein Buch in die folgenden Kapitel auf:

  1. Ausrüstung (14 Seiten)
  2. Kamera-Einstellungen (3 Seiten)
  3. Top 10 Tipps für die Makrofotografie (10 Seiten)
  4. Makrowelt Wiese (34 Seiten)
  5. Makrowelt Wald (16 Seiten)
  6. Makrowelt Gewässer (14 Seiten)
  7. Makrowelt Winter (12 Seiten)
  8. Großansichten der Workshop-Fotos (107 Seiten)

Vorwort, Schlusswort und Hinweise auf weitere Infos umrahmen die Kapitel an Anfang und Ende.

Bild: © humboldt Verlag

Der Titel gibt bereits Aufschluss über die Zielgruppe des Buches: „Der Start in die Makrofotografie“ wendet sich an Neueinsteiger in dieser Sparte der Fotografie und so ist es nur schlüssig, dass der Autor am Anfang über die Basics spricht und Empfehlungen für Kameratypen, Objektive und weiteres Equipment für den Nahbereich gibt.

Schon hier wird die große Erfahrung des Autors deutlich.

Er weiß, wovon er spricht und stimmt nicht in den Chor der Profifotografen ein, denen es nicht vollformatig und DSLR-lastig genug sein kann.

Valentin Gutekunst kommt von der Anwendung auf das bestmögliche Werkzeug.

Seine Empfehlung geht in Richtung spiegelloser Kamera (= leicht) mit eher kleinem Sensor (= Cropfaktor) und möglichst frei beweglichem Display (= flexibler Standort).

Er argumentiert dabei so einfach, unbeschwert und einleuchtend, dass man ihm unumwunden Glauben schenkt und als Einsteiger bei der Anschaffung noch ordentlich Geld spart.

Seine Lockerheit hält der Autor über das ganze Buch hinweg durch. Dogmen und Weisheiten wischt er mal eben zur Seite, weil sie Hindernisse darstellen und seinem eigentlichen Ziel im Weg stehen: möglichst viele Leser dazu zu bewegen, mit der Makrofotografie zu beginnen und in der Natur unterwegs zu sein. Ein Beispiel: traditionell werden die frühen Morgen- und Abendstunden als Hoch-Zeiten der Naturfotografie beschworen. Man muss früh raus oder spät abends ausharren, um die besten Bilder zu bekommen. Naturfotografie ist Entbehrung. Gutekunst stellt das nicht in Frage. Er sagt aber auch, wer dazu keine Lust hat, muss deshalb nicht auf gute Fotos verzichten. Makrofotografie bewegt sich auf minimalem Raum. Wer beispielsweise seinen eigenen Körper als Schatten einsetzt und dazu vielleicht noch einen Aufsteckblitz mit Diffusor verwendet, kann das Licht zu jeder Tageszeit für seine Zwecke formen.

Und die im Buch gezeigten Fotos geben ihm Recht – sie sind durchweg hervorragend. Im Textteil erhält jedes Foto eine Seite Platz. Dort werden die Aufnahmedaten genannt, das verwendete Equipment aufgeführt und weitere Infos zum Motiv selbst gegeben. Alle Motive sind im Bildteil des Buches dann nochmals in wunderbarer Qualität in großem Format abgebildet. Wer dort beim Blättern nicht schon Lust bekommt, in die Natur loszuziehen, den wird die Makrofotografie wohl für immer kalt lassen.

Für wen ist dieses Buch geeignet?

  • Für Einsteiger in die Makro-Fotografie
  • Für Makro-Fotografen, die neue Anregungen suchen
  • Für Leute, denen das Smartphone als Kamera nicht mehr genügt
  • Für Naturliebhaber

Fazit

„Der Start in die Makrofotografie“ ist ein gelungener Ratgeber für alle Freunde der Makrofotografie. Kompakt, fundiert und mit hervorragenden Beispielen bebildert, zeigt er anschaulich, dass Makrofotografie schon mit geringem Aufwand gelingen kann. 5 Sterne.

Die Daten

Valentin Gutekunst. Der Start in die Makrofotografie. Kleines ganz groß herausbringen erschien am 10. September 2018 im humboldt Verlag. 224 Seiten, Softcover, 14,4 x 1,7 x 21,3 cm. Auch als E-Book erhältlich.
ISBN: 978-3-86910-364-8
Preis: Buch € 26,99 | E-Book € 25,99
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Rezension: Gerhard Reininger

Unsere Bewertung:

Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen

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