Bauhaus und die Fotografie

Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst

Das Staatliche Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Bis zum 10. März 2019 bringt die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf Fotografien des Neuen Sehens in einen Dialog mit zeitgenössischen Künstlern. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 100 jahre bauhaus.

Wie tragen die Neuerungen durch das Bauhaus auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen bei? Welche Rolle spielt die Foto- Avantgarde um 1930 für zeitgenössische Künstler? Die Ausstellung Bauhaus und die Fotografie verbindet Arbeiten des Neuen Sehens, wie sie von Bauhäuslern wie László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans bekannt sind, mit Künstlern der Gegenwart wie Antje Hanebeck, Daniel T. Braun, Dominique Teufen, Doug Fogelson, Douglas Gordon, Kris Scholz, Max de Esteban, Stefanie Seufert, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Thomas Ruff, Viviane Sassen und Wolfgang Tillmans. Zeitgenössische Fotografien, Skulpturen und Videoinstallationen treten in einen Dialog mit der Sachlichen Fotografie im Jahrzehnt des Bauhauses.

Historischer Bezugspunkt der Ausstellung ist die Werkbundausstellung Film und Foto, die 1929/30 unter anderem in Stuttgart, Berlin und Zürich zu sehen war. Der für seine experimentellen Fotoarbeiten bekannte Bauhaus-Künstler Moholy-Nagy kuratierte damals jeweils einen Raum zur Geschichte und zur Zukunft der Fotografie und untersuchte das Neue Sehen in der Fotografie. Die historische Werkschau, die als eine Art Manifest des Bauhaus-Künstlers zu verstehen ist und sich in die damalige Debatte um den Stellenwert der Fotografie in der Kunst einmischte, wird mit über 300 Exponaten virtuell rekonstruiert. Darüber hinaus wird ein Teil der Berliner Station präsentiert.

Zusammen mit den fotografischen Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern ermöglicht die Ausstellung einen Dialog zwischen dem historischen Ereignis und der Gegenwart.

Das Bauhaus in der Zukunft

Einen Blick nach vorne werfen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt und der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg, die ihre eigenen, zukunftsorientierten Entwürfe präsentieren, mit denen sie auch auf elektronische und digitale Medien setzen.

Es stellen Studierende aus von Prof. Michael Jostmeier und Prof. Dr. Christoph Schaden, Technische Hochschule Nürnberg: Georg Simon Ohm, Fakultät Design – Amir Khan Djahanschahi Afschar, Felix Berndt, Markus Eschrich, Eduard Gross, Daniel Höllinger, Heidi Fabiola Hofmann, Tatjana Hofmann, Alexander Hunzek, Remigius Kalisz, Svitlana Khisamutdinova, Thea Leyendecker, Katrin Mader, Thomas Michalczyk, Anastasia Miller, Max Müller, Robert Nixdorf, Philipp Oehler, Julius Rosen, Daria Schreiber, Ludwig Seibt, Benno Sellin, Stefanie Sordon, Marco Steiner, Kerim Turay, Simon Velthuis und Christian Wölfel, Paul Leyendecker und Markus Sauerbeck – sowie Studierende von Prof. Dr. Kris Scholz und Daniel T. Braun, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gestaltung, Studienschwerpunkt Fotografie – Christian Himmelspach, Didem Alunbas, Dominik Kramm, Dominik Schmitt, Eda Sarikaya, Jasmin Dories, Mirko Müller und Philipp Rabe.

Zeitgenössisches „Neues Sehen“

Das Staatliche Bauhaus steht für eine industrienahe Gestaltung, aber auch für eine Institution mit viel Konfliktpotential, die bis heute wichtige Impulse für die Kunst und Kultur liefert. Die Bauhäusler verstanden sich als Pioniere eines auf die Zukunft gerichteten Gesellschaftsmodells, in dem das Industrielle als kollektive Leitkultur diente. Die neue avantgardistische Fotografie zeichnete sich unter anderem durch Motive der Industriekultur, extreme Perspektiven, ausschnitthafte Motive, die Beschäftigung mit Oberflächenbeschaffenheit und Materialeigenschaften oder das kameralose Fotografieren aus.

Inwieweit ist technische Innovation heute die Richtschnur kultureller Entwicklungen? Welche Rolle spielt die Kunst und ist die Fotografie das adäquate Medium? Die Ausstellung untersucht, wie die Einflüsse des Bauhaus auch heute noch die Kunst beeinflussen, und erforscht anhand von aktuellen Arbeiten, was ein zeitgenössisches Neues Sehen sein könnte.

Arbeiten der Serie Umbra von Viviane Sassen und Blitzlichtskulpturen von Dominique Teufen werden in Großformaten auf Kuben öffentlich zugänglich auf der Terrasse des NRW-Forum präsentiert.

Nach der Eröffnung im NRW-Forum Düsseldorf wird die Ausstellung in Berlin und Darmstadt zu sehen sein.

Publikation

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender zweisprachiger Katalog.

Das Bauhaus-Jubiläum

Die Ausstellung ist Teil des Bauhaus-Jubiläums 100 jahre bauhaus sowie des Bauhaus-Jubiläums in NRW 100 jahre bauhaus im westen, ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Vom 16. bis 24. Januar 2019 findet das Eröffnungsfestival 100 jahre bauhaus in Berlin statt. Es bildet den Auftakt der bundesweiten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses.

Besucherinformationen

NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf
Tel +49 (0)211 89 266 90

Ausstellungsdauer: bis 10. März 2019
Öffnungszeiten: Di bis Do 11–18 Uhr, Fr 11–21 Uhr , Sa 10–21 Uhr, So 10–18 Uhr
Eintritt: Di bis Do: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro | Fr, Sa, Feiertage: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von NRW-Forum Düsseldorf.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie (Taschenbuch)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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