TV-Tipp: Der Traum von der neuen Welt Folgen 3 und 4

04.01.2019 / 20:15 / 90 min / ARD-alpha
Der Traum von der neuen Welt
Folge 3: Reeder sind Rivalen
Folge 4: Grenzen werden geschlossen
Doku-Reihe, NDR, 2017

Über die größte Wanderungsbewegung der Geschichte

Kinder spielen an Bord eines Schiffes. Foto: © BR/Library of Congress/NDR

55 Millionen Europäer verließen zwischen 1840 und 1939 ihre Heimat und wagten den Aufbruch und die Reise in die „Neue Welt“. Existenzielle Not trieb die meisten, viele aber auch Neugier, Wagemut und Lebensgier. Alle diese Männer, Frauen und Kinder leisteten auf ihre persönliche Weise einen Beitrag zum ungeheuren Aufschwung der Vereinigten Staaten von Amerika – auf lange Sicht.

Die aufwändige vierteilige Serie erzählt die größte Wanderungsbewegung in der Geschichte, im Zuge derer Millionen Europäer der Alten Welt den Rücken kehrten, um in der Neuen Welt ihr Glück zu suchen. Zu Wort kommen die Auswanderer selbst, die in Briefen, Tagebüchern und Memoiren ihre Motive und ihr Erlebnisse hinterlassen haben. Doch auch Kapitäne und Erfinder, die die Atlantiküberquerung möglich machten, erhalten ebenso eine Stimme wie die Reeder, für die das Geschäft mit den Auswanderern zur Goldgrube wurde, investigative Journalisten, die inkognito reisen und die Zustände anprangerten, sowie ein Dolmetscher, der in Ellis Island – der „Insel der Tränen“ bei New York – das Schicksal von Hunderten Menschen miterlebte.

Irmgard Ballin (Franziska Weisz) trauert um ihren Vater, den Hamburger Reeder Albert Ballin. Foto: © BR/LOOKS International GmbH/NDR

Folge 3: Reeder sind Rivalen

Teil 3 der Doku-Reihe beschreibt den Konkurrenzkampf von Häfen und Reedereien um das Geschäft der Auswanderung. Im Mittelpunkt steht der Hamburger Reeder Albert Ballin, der das Auswanderer-Geschäft in der Hansestadt groß gemacht hat. In Spielszenen werden biografische Episoden dargestellt. Historisches Archivmaterial, zeitgenössische Gemälde und Fotos illustrieren den Erzählstrang. Historiker erläutern historische Zusammenhänge und Hintergründe.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschiebt sich der Fokus hin zu einem Wettstreit der Häfen und Reedereien um die Passagierzahlen. Massenauswanderung wird zu einem großen Geschäft, in dem vor allem britische und deutsche Unternehmen konkurrieren. Die großen Reedereien werden zu Trägern des Nationalstolzes; Schiffstaufen und Jungfernfahrten sind identitätsstiftende Spektakel, bei denen die Kraft der Nation zur Schau gestellt wird. Ein Handels- und Prestigekrieg, der wiederum der Vorbote eines tatsächlichen Weltkriegs ist.

Der spätere Politiker Fiorello La Guardia (Nicolò Pasetti) als Dolmetscher auf Ellis Island. Foto: © BR/LOOKS International GmbH/NDR

Folge 4: Grenzen werden geschlossen

Der vierte und letzte Teil der Doku-Reihe beschreibt die zunehmende Begrenzung der Masseneinwanderung in die USA seit dem Ersten Weltkrieg. Der Erste Weltkrieg hat den Aufstieg der USA zur Weltmacht besiegelt. Das Land will keine Millionen Einwanderer mehr: Der Kongress beschließt, die Zahl der Zuwanderer durch Quoten zu begrenzen.

Die Weltwirtschaftskrise verstärkt diesen Willen der Abgrenzung weiter. Die Zeit der Massenauswanderung nach Amerika ist vorbei. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Hunderttausende Menschen dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur entkommen wollen.

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung des BR.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen