TVTipp: Todeszug in die Freiheit

23.01.2019 / 20:15 / 45 min / 3SAT
25.01.2019 / 20:15 / 45 min / ARD-Alpha
Todeszug in die Freiheit
Ein Film von Andrea Mocellin und Thomas Muggenthaler
Dokumentation, ARD/BR

Zum Holocaust Gedenktag

KZ-Häftlinge des Zuges am Rande der Strecke. Foto: © BR/Mittelböhmisches Museum/unbekannt

Der Film erzählt die einzigartige Geschichte eines KZ Transports aus dem Frühjahr 1945. Die Gefangenen sollten vom KZ Außenlager Leitmeritz zum KZ Mauthausen gebracht werden. Unter deutscher Besatzung lief die Route für den Transport durch das damalige Protektorat Böhmen und Mähren. Die tschechische Bevölkerung zeigte eindrucksvoll Mitmenschlichkeit – und sie dokumentierte mit Fotografien und Film das Geschehen.

Um eine Befreiung der Konzentrationslager durch die heranrückenden Alliierten zu verhindern, fanden solche von der SS organisierten und bewachten Gefangenentransporte zu der Zeit überall statt auch auf dem Gebiet des Deutschen Reiches. Doch anders als dort unternimmt die tschechische Bevölkerung alles, um so viele Menschen wie möglich aus den Todestransporten zu befreien oder sie durch Versorgung mit Nahrung und Medikamenten zu retten.

Die Tschechen handeln mutig und von Station zu Station organisierter und mit großem Erfolg. Nur wenige von ihnen sind Widerstandskämpfer. Es gelingt der Bevölkerung, rund 1500 von rund 4000 Häftlingen zu befreien und den anderen durch ihr beherztes Eingreifen bessere Überlebenschancen zu sichern. Am Ende wird der Todeszug sogar mit Waffengewalt befreit.

Zug mit KZ-Häftlingen. Foto: BR/Mittelböhmisches Museum/unbekannt

Einzigartig ist nicht nur diese Geschichte, einzigartig sind auch das Filmmaterial und die Fotos, mit denen die Tschechen damals das Geschehen dokumentiert haben und mit dem es gelingt, die Ereignisse von damals plastisch zu schildern.

Jahrelang haben die beiden Filmemacher Andrea Mocellin und Thomas Muggenthaler, die für den Film „Verbrechen Liebe“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurden, diese Geschichte recherchiert. Es ist ihnen gelungen, zahlreiche Zeitzeugen zu finden, Menschen, die damals in den Waggons um ihr Leben bangten, genauso aber auch viele tschechische Helfer, die damals dabei waren.

Wladimir Klenka, Zeitzeuge der Befreiung des Todeszuges. Foto: ©BR/Thomas Muggenthaler

Redaktionshinweis

3sat zeigt „Todeszug in die Freiheit“ zum Holocaust Gedenktag am 27. Januar. Aus demselben Anlass folgen im Anschluss um 21.00 Uhr „Nicht Rache, sondern Gerechtigkeit“, um 21.45 Uhr „Im Labyrinth des Schweigens“ und um 23.35 Uhr „Mörder unter uns“. Einen weiteren Beitrag zum Holocaust Gedenktag zeigt 3sat am Donnerstag, 24. Januar, um 22.25 Uhr mit dem Spielfilm „Sarahs Schlüssel“.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag und wird seit 1996 am 27. Januar begangen. Er erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus.

Texte mit freundlicher Genehmigung des ZDF. Bilder mit freundlicher Genehmigung des BR.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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