Erinnerungen an die Berliner Luftbrücke in Gatow

Ein Dackel namens Dakota

Vor dem Hangar 4 in Gatow befand sich eine Anzeigetafel mit dem aktuellen Stand der Luftbrücken-Tageslieferungen (Sorties). Ihre Gesamtzahl hatte sich im August 1948 bereits auf annähernd 18000 summiert und das Tagessoll lag bei 90 Prozent der vorgesehenen Lieferungen, August 1948. Crown copyright 1948, reproduced under the terms of the Open Government Licence, published as a courtesy of Air Historical Branch, RAF (GAT R-1852)

Anlässlich des 70. Jahrestages der Berliner Luftbrücke zeigt das Militärhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow noch bis zum 30. September 2019 eine Fotoausstellung. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit dem Historiker Matthias Heisig und erzählt auch die Geschichte des Dackels Dakota.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zerbrach der Konsens der vier Siegermächte für die Verwaltung ihrer Besatzungszonen in Deutschland rasch. Spätestens seit der Jahreswende 1947/48 wurde deutlich, dass zwischen der Sowjetunion im Osten und den USA im Westen ein neuer weltpolitischer Konflikt entstanden war, der über Jahrzehnte das politische Geschehen bestimmen sollte: Der Kalte Krieg.

Die britischen Sunderland-Flugboote wurden im Zweiten Weltkrieg bei der Jagd auf deutsche U-Boote eingesetzt. Während der Luftbrücke transportierten sie häufig Salz, wofür die meisten anderen Flugzeugtypen aufgrund der Korrosionsgefahr nicht in Frage kamen. Die Boote starteten und landeten auf der Havel bei Schwanenwerder. Crown copyright 1948, reproduced under the terms of the Open Government Licence, published as a courtesy of Air Historical Branch, RAF (GAT R-1831)

Dieser Konflikt erreichte seinen ersten Höhepunkt im Sommer 1948. In Reaktion auf die Währungsreform (Einführung der D-Mark) in den Westzonen kappte die sowjetische Militärverwaltung am 24. Juni 1948 die Verkehrsverbindungen durch ihre Besatzungszone nach West-Berlin und auch die Stromversorgung der Westsektoren. Die Westmächte entschieden aber, weiterhin in West-Berlin zu bleiben und seine Bevölkerung auf dem Luftweg mit den notwendigen Gütern zu versorgen.

Fahrwerkskontrolle an einer Avro York in Gatow, 1948/49. Kleinere Reparaturen konnten in Gatow ausgeführt werden. Die größeren Arbeiten und regelmäßigen Inspektionen fanden auf den Luftwaffenstützpunkten in Großbritannien statt. Crown copyright 1948, reproduced under the terms of the Open Government Licence, published as a courtesy of Air Historical Branch, RAF (GAT R-1844)

Mehr als ein Jahr, noch über das Ende der Blockade am 12. Mai 1949 hinaus, bildeten die Flughäfen Gatow und Tempelhof, zu denen später noch Tegel hinzukam, die Berliner Stützpfeiler der Luftbrücke. Über 2,1 Millionen Tonnen Güter, darunter insbesondere Lebensmittel und Kohle, wurden auf diese Weise transportiert – sogar mit Flugbooten, die auf der Havel wasserten. Von Gatow aus wurden auch Kinder, Kranke und Industrieerzeugnisse nach Westdeutschland ausgeflogen.

Ein Imbisswagen des NAAFI (Navy, Army and Air Force Institut) in Gatow. Das NAAFI sorgte als Einrichtung der britischen Regierung mit Clubs, Kantinen und Einkaufsmärkten für Wohlbefinden und Unterhaltung der Militärangehörigen, vorzugsweise von Mannschaften und Unteroffizieren. Crown copyright 1948, reproduced under the terms of the Open Government Licence, published as a courtesy of Air Historical Branch, RAF (GAT R-1816)

Die Ausstellung des Militärhistorischen Museums Flugplatz Berlin-Gatow zeigt fotografische Momentaufnahmen der Luftbrücke nach Gatow sowie Erinnerungsberichte britischer und deutscher Zeitzeugen. Dazu gehört auch die Geschichte eines Dackels, der seinen Namen nach dem Flugzeugtyp erhielt, mit dem die Luftbrücke gestartet worden war: Douglas „Dakota“.

Besucherinformationen

Militärhistorisches Museum
Am Flugplatz Gatow 33, D-14089 Berlin

Ausstellungsdauer: bis 30. September 2019
Öffnungszeiten: Di bis So 10-18 Uhr
Eintritt: frei!

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Abgehoben: Eine kleine Geschichte des Fliegens in historischen Fotos aus Berlin (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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