Kathrin Schönegg: DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte

Auszeichnung für Grundlagenwerk zur Geschichte fotografischer Abstraktion

Kathrin Schönegg, © Falk Weiß

Der DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte wird alle zwei Jahre von der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) ausgeschrieben. In diesem Jahr wird er an Kathrin Schönegg für ihre Dissertationsarbeit Fotografiegeschichte der Abstraktion vergeben.

Kathrin Schönegg hat mit ihrer Dissertation Fotografiegeschichte der Abstraktion ein Grundlagenwerk zur Bild- und Diskursgeschichte fotografischer Abstraktion vorgelegt. Sie hält der Kanonisierung des Phänomens unter den Prämissen der Kunsttheorie eine eigenständige, historisch fundierte Begriffsanalyse entgegen, die jeweils an die Grundfeste des Fotografischen rührt. In einer Durchquerung der Fotografiegeschichte von den experimentellen Anfängen über ihre (pseudo)wissenschaftlichen, angewandten und künstlerischen Kontexte bis hin zur Abstraktion unter den Vorzeichen des Digitalen gelingt Schönegg die überzeugende Rekonstruktion fotografischer Medialität jenseits und diesseits der Abbildlichkeit.

Über Kathrin Schönegg

Kathrin Schönegg, Jahrgang 1982, studierte Germanistik, Kunst- und Medienwissenschaften sowie Soziologie an der Universität Konstanz. Sie war von 2010 bis 2013 Promotionsstipendiatin am DFG-Graduiertenkolleg Das Reale in der Kultur der Moderne (Universität Konstanz) und von 2013 bis 2015 Stipendiatin im Programm Museumskuratoren für Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. 2016/17 kuratierte sie zusammen mit Florian Ebner, Christin Müller sowie Fabian Knierim, Boaz Levin und Kerstin Meincke die Biennale für aktuelle Fotografie 2017 (Farewell Photography, Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg). Als Thomas-Friedrich-Stipendiatin für Photographieforschung (Berlinische Galerie) arbeitete sie zu Heinz von Perckhammers Pressefotografie. Ihre Promotion schloss sie 2018 mit dem Prädikat summa cum laude ab.

Aktuelle Ausstellung

Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit zur Fotografenkarriere von Heinz Perckhammer zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus stellt Kathrin Schönegg derzeit noch bis zum 11. März 2019 in einem eigenen Ausstellungsraum in der Berlinischen Galerie vor. Unseren ausführlichen Ausstellungsbericht finden Sie hier.

Hohe Resonanz

Die Ausschreibung des DGPh-Forschungspreises für Photographiegeschichte hatte wieder eine erfreulich große Resonanz: Es wurden 55 Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht, dieses Mal mit einem besonders hohen Anteil an sehr anspruchsvollen Dissertationen. Die Einsendungen gaben ein eindrucksvolles Bild der thematischen Breite und methodischen Vielfalt der gegenwärtigen Fotografieforschung.

Es waren sowohl Studien zu Einzelwerken vertreten als auch zu spezifischen Genres, zu Gebrauchsweisen des Mediums in wissenschaftlichen oder polizeilichen Kontexten sowie zu seinen propagandistischen Einsätzen oder zur Diskursgeschichte fotografischer Technologie ebenso wie zu Aspekten der Gegenwartskunst, zu publizistischen, archivalischen und ästhetischen Problemstellungen. Die Arbeiten aus einem Zeitraum von den Anfängen bis zur Internetfotografie und zu Kontexten von der Kolonialgeschichte bis zur zeitgenössischen visuellen Kultur belegen einmal mehr die Bedeutung, die dem Medium der Fotografie inzwischen in vielen wissenschaftlichen Disziplinen zugemessen wird.

Die Jury

Der Jury gehörten Dr. Susanne Holschbach und Dr. Esther Ruelfs als Vorstand der Sektion Geschichte und Archive sowie Prof. Winfried Gerling, Dr. Gisela Parak und die vorherige Preisträgerin, Dr. Katharina Steidl, als Beirat an.

Quelle: Pressemitteilung der DGPh.

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Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen