CRAZY. Leben mit psychischen Erkrankungen

Laia Abril, Sibylle Fendt, Nora Klein, Louis Quail, Melissa Spitz

f³ – freiraum für fotografie in Berlin zeigt noch bis zum 21. April 2019 eine bewegende und beeindruckende Fotoausstellung über das Leben mit psychischen Erkrankungen. Unsere uneingeschränkte Empfehlung – besuchen Sie die Ausstellung und machen Sie sich ein Bild von einem Thema, das in unserer Gesellschaft immer noch viel zu oft totgeschwiegen wird.

Deutschlandweit erkrankt mehr als jeder vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Am häufigsten treten Angstzustände, Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen auf. Für die knapp 18 Millionen Betroffenen und ihr soziales Umfeld hat dies oft massive Einschränkungen in allen Lebensbereichen zur Folge.

Obwohl psychische Erkrankungen einen Großteil der Bevölkerung betreffen, sind sie oftmals mit Stigmata behaftet und werden tabuisiert. Über das Leben mit psychischen Erkrankungen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gibt es unklare Vorstellungen; individuelle Krankheitsbilder verunsichern Außenstehende. So gelingt es kaum, Betroffenen in ihrer Welt nahe zu kommen.

CRAZY – Leben mit psychischen Erkrankungen präsentiert Arbeiten von fünf international renommierten Fotografen, die sich aus ganz persönlichen Gründen mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

The Epilogue der spanischen Fotografin Laia Abril erzählt die Geschichte der Familie Robinson, die ihre jüngste Tochter durch Bulimie verlor. Das gleichnamige Buch wurde für den Paris Photo – Aperture Foundation PhotoBook Award 2014 nominiert.

In Gärtners Reise dokumentiert die Fotografin Sibylle Fendt die letzte Reise Lothar Gärtners und seiner an Demenz erkrankten Ehefrau Elke. Ihr Leben lang hatten sie als begeisterte Camper Europa im Wohnwagen bereist. Sibylle Fendt ist Mitglied der Agentur OSTKREUZ.

Nora Klein versucht in ihrer Serie Mal gut, mehr schlecht die Erkrankung Depression in Bilder zu fassen. Der gleichnamige Bildband, erschienen im Hatje Cantz Verlag, war von der Stiftung Buchkunst für die Auszeichnung der Schönsten Deutschen Bücher 2017 nominiert.

Der Brite Louis Quail zeigt in seiner intimen fotografischen Annäherung Big Brother das Leben seines Bruders mit Schizophrenie. Die Serie ist mit dem Renaissance Photography Prize 2017 ausgezeichnet.

Die New Yorker Fotografin Melissa Spitz widmet ihre Arbeit You Have Nothing to Worry About dem Gefühlsleben ihrer schwer psychisch erkrankten Mutter. Melissa Spitz wurde vom TIME Magazine zur Instagram-Fotografin 2017 gewählt.

Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. Die DGPPN ist die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Fragen der psychischen Erkrankungen in Deutschland.

Besucherinformationen

f³ – freiraum für fotografie
Waldemarstraße 17, D-10179 Berlin

Ausstellungsdauer: bis 21. April 2019
Öffnungszeiten: Mi bis So 13–19 Uhr
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von f³ – freiraum für fotografie.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

Mal gut, mehr schlecht: Nora Klein (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen