Umkämpfte Wege der Moderne in Potsdam

Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914–1945

Ausstellungansicht, Eröffnung am 22.02.2019. Foto: @ Lea Städler

Vom September 2018 bis Januar 2019 zeigte das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte die Sonderausstellung Wilhelm Schmid und die Novembergruppe. Sie präsentierte damit eine der prominentesten Künstlergemeinschaften der Weimarer Republik und ihren Hauptakteur Wilhelm Schmid (1892–1971).

Die dort thematisierte Spannung zwischen den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg und der vom Militarismus und Monarchismus geprägten Atmosphäre in der Stadt Potsdam wird der zweite Teil der Doppelausstellung, der noch bis zum 26. Juni 2019 zu sehen ist, nun kulturhistorisch beleuchten.

Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914–1945 widmet sich den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Schule, Stadtentwicklung und Militär in den beiden benachbarten und 1939 vereinigten Städten Potsdam und Babelsberg.

„Mit mehr als 200 einzigartigen Objekten und annähernd 300 zum Teil unveröffentlichten Fotografien zeigt die Sonderausstellung, dass die Gegensätze zwischen der konservativen ehemaligen Residenz Potsdam und der Industriestadt Babelsberg als Sinnbild für die ‚gespaltene‘ Weimarer Republik gelten können“, sagt die Kuratorin der Ausstellung Dr. Wenke Nitz.

Ausstellungansicht, Eröffnung am 22.02.2019. Foto: @ Lea Städler

Die Weimarer Republik wurde sowohl von der politisch radikalen Rechten wie der radikalen Linken infrage gestellt, während Bürger aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten die Chancen ergriffen, die ihnen die Demokratie bot.

Die an ein breites Publikum gerichtete, multimedial aufbereitete Ausstellung erlaubt Einblicke in bisher kaum thematisierte Bereiche der Stadtgeschichte, wie den Kasernenbau, das Garnisonmuseum und die Vereinslandschaft. Sie arbeitet aber auch einzelne Ereignisse auf wie den sogenannten Potsdamer Flaggenstreit oder den nationalsozialistischen Reichsjugendtag von 1932 im Luftschiffhafen. Sie bezieht den Ersten Weltkrieg als Vorgeschichte ebenso mit ein wie das Ende der demokratischen Phase durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten, die in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mündete.

Ausstellungansicht, Eröffnung am 22.02.2019. Foto: @ Lea Städler

Ein eigener Raum dokumentiert, wie zeitgenössische bildende Künstlerinnen und Künstler Potsdam sahen und gestalteten. Die Bandbreite der Werke reicht von eher konventionell gehaltenen Einblicken in den städtischen Alltag bis zu veritablen Inseln der künstlerischen Moderne.

Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Museums und Projektleiterin, betont: „Mit der Doppelausstellung ‚Umkämpfte Wege der Moderne‘“, werden die namensgebenden Disziplinen Kunst und Geschichte, für die das Potsdam Museum ein Forum ist, erstmals sehr eng aufeinander bezogen.“

Ausstellungansicht, Eröffnung am 22.02.2019. Foto: @ Lea Städler

Publikation

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog, der mit kulturhistorischen Aufsätzen die Geschichten aus Potsdam und Babelsberg von 1914–1945 begleitet.

Besucherinformationen

Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte
Am Alten Markt 9, D-14467 Potsdam
Tel +49 (0)331 2896868

Ausstellungsdauer: bis 26. Juni 2019
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 10-17 Uhr | Do 10-19 Uhr | Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, bis 18 Jahre frei

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Potsdam Museum.

Unsere chronologische Übersicht aktueller Fotoausstellungen im deutschsprachigen Raum.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen