TVTipp: Ein Abend mit Agnès Varda

18.03.2019 / ab 20:15 / 303 min / ARTE
Filmreihe. Ein Abend mit Agnès Varda
Vogelfrei: 20.15 Uhr / 101 min / 1985 
Cléo - Mittwoch zwischen 5 und 7: 21.55 Uhr / 87 min / 1961
Agnès Varda - Publikumsgespräche 1: 23.25 Uhr / 60 min / 2018
Agnès Varda - Publikumsgespräche 2: 00.25 Uhr / 55 min / 2018

Fotografin, Regisseurin, Künstlerin

Agnès Varda am Strand von Noirmoutier. Foto: © Cine Tamaris

ARTE erinnert mit zwei Filmen und einer zweiteiligen Dokumentation an das preisgekrönte Lebenswerk von Agnès Varda.

Agnès Varda wurde 1928 als Arletta Varda geboren und ist heute 90 Jahre alt. Sie war eine der ersten und überhaupt eine der wenigen Frauen, die sich im Kontext der avantgardistischen Filmbewegung der Nouvelle Vague einen Namen machten und gilt heute als Mitbegründerin der Bewegung um Regisseure wie Jean-Luc Godard, François Truffaut, Alain Resnais und Jacques Demy.

Von Fotografie und Literatur kam sie zu den bewegten Bildern des Films. 1954 gründete sie ihre eigene Produktionsgesellschaft. Bald darauf drehte sie mit Claude Lelouche und Jean-Luc Godard und prägte im Milieu der männlich geprägten Avantgarde eine feministische Sichtweise.

Varda realisierte in ihrem Leben über 30 Filme – darunter Dokumentationen, Kurzfilme und Spielfilme – in denen sie einen markanten Stil entwickelte, der zwischen Fiktion und Dokumentation changiert. Bereits 1965 erhielt Angès Varda auf der Berlinale den Spezialpreis für ihr künstlerisches Schaffen. Es folgten der Europäische Filmpreis (2014), die Ehrenpalme von Cannes (2015) und 2017 schließlich der Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk.

Agnès Varda mit ihrem Drehteam am Strand von Noirmoutier. Foto: © Cine Tamaris

Vogelfrei

Im Rahmen einer „Soirée Agnès Varda“, einem Abend mit Agnès Varda, zeigt ARTE zuerst den 1985 entstandenen Film Sans toit ni loiVogelfrei, den Varda mit Sandrine Bonnaire in der Hauptrolle realisierte. Er erzählt vom Vagabundenleben der jungen Mona, die an einem Wintermorgen tot in einem Straßengraben aufgefunden wird. Eine abendfüllende Rückblende, die das Drama um eine junge Frau am Rande der Gesellschaft bezeugt.

Mona (Sandrine Bonnaire) und David (Patrick Lepczynski) besetzen ein altes Schloss. Foto: © Cine Tamaris

Cléo – Mittwoch zwischen 5 und 7

Anschließend zeigt ARTE Vardas zweites Spielfilmprojekt Cléo de 5 à 7 – Cléo, Mittwoch zwischen 5 und 7. Cléo, eine junge, hübsche, eher leichtherzige Sängerin, befürchtet, dass sie Krebs hat. Es ist Mittwoch. Es ist 17 Uhr. Noch zwei Stunden, dann kann Cléo die endgültigen Resultate der ärztlichen Untersuchungen abholen. Um sich von der beklemmenden Angst abzulenken, streift die schöne Frau durch Paris und begegnet einer Reihe von Menschen: Sie trifft Wahrsagerin Irma, ihre Freundin Angèle, den Pianisten Bob und auch Nacktmodell Dorothée. Ein ganz normaler Nachmittag, der zu einer Reise zu sich selbst wird.

Nach einem Besuch bei der Wahrsagerin Irma (Loye Payen, re.), die ihr ein böses Schicksal voraussagt, glaubt die Chansonsängerin Cléo (Corinne Marchand, li.), an Krebs erkrankt zu sein. Foto: © 1994 Agnès Varda et enfants/Liliane de Kermadec

Publikumsgespräche1 und 2

Abschließend läuft in zwei Teilen Agnès Vardas Leçon de cinéma – Publikumsgespräche, ihre Reflexion über das Filmemachen. Varda erzählt ihr filmisches Werk nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern nach Themen, Begegnungen und Anekdoten geordnet. Zu jedem ihrer Werke hat sich die Filmemacherin eine andere Erzählweise ausgedacht, die sie jeweils selbst erläutert.

Am 5. September 2018 ist Agnès Varda zu Gast bei Hervé Chandès (nicht im Bild), dem Generaldirektor der Fondation Cartier, und äußerst sich zum modernen Film. Foto: © Cine Tamaris

Die erste „Kinolektion“ wurde Varda von Gilles Jacob bei den Filmfestspielen von Cannes 2000 vorgeschlagen. Viele weitere Lektionen schlossen sich an, darunter beim Forum des Images, in der Filmhochschule La Fémis, im Louvre und beim Festival von Angers. Als gern gesehener Gast folgte Varda weltweiten Einladungen, um über ihr Filmschaffen zu sprechen, so in US-amerikanischen Universitäten, im Getty Museum, im LACMA in Los Angeles, in der britischen Comedy-Talksendung The Graham Norton Show, in Harvard und last but not least im Pekinger CAFA Kunstmuseum.

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von ARTE.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
Anja Hoenen