Rezension: Grunewald u. Gilbertas. Von Chaos zu Eden

Von Chaos zu Eden. Eine fotografische Reise durch die Geschichte unserer Erde Book Cover Von Chaos zu Eden. Eine fotografische Reise durch die Geschichte unserer Erde
Bernadette Gilbertas, Olivier Grunewald
Naturfotografie
Knesebeck
10. Oktober 2018
Hardcover
240

.

Eindringlicher Appell in Text und Bild

Das französische Ehepaar Olivier Grunewald und Bernadette Gilbertas hat gemeinsam bereits mehr als 15 Bildbände herausgebracht, die sich überwiegend mit Landschaften und Wildtieren verschiedenster Art beschäftigen.

Der studierte und vielfach preisgekrönte Fotograf und die Geografin und Journalistin haben sich dem Umweltschutz verschrieben. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Le Figaro Magazine, bei GEO oder bei BBC Wildlife und National Geographic veröffentlicht.

Das Buch

Bereits im Jahr 2017 unter dem französischen Titel „Origine“ erschienen, hat der Knesebeck Verlag nun eine deutschsprachige Ausgabe herausgebracht. Der großformatige Bildband umfasst 240 Seiten und präsentiert eine 30 Jahre währende Fotosafari der Autoren zu den Naturschönheiten der Erde in hervorragender Druckqualität.

Übrigens, wer von März bis Juli 2018 in Paris war und am Jardin du Luxemburg vorbeigekommen ist, konnte viele der in diesem Buch gezeigten Aufnahmen bereits großformatig am dortigen Zaun bestaunen.

Seite 66-67: Vielleicht entstand das erste Leben in einer Umgebung wie Dallol (Äthiopien), wo Extreme aufeinandertreffen: Wasser mit einem Salzgehalt von 30 bis 50 %, Flüssigkeiten mit einer Temperatur von 110 °C und ungewöhnlich hohe Säurekonzentrationen. Foto: © Olivier Grunewald/Knesebeck Verlag

Der Inhalt

„Eine fotografische Reise durch die Geschichte unserer Erde“,  lautet der Untertitel,  und diese Reise ist außergewöhnlich.

Direkt zu Beginn werden doppelseitig spektakuläre Fotos vom größten Lava See der Erde im Kongo, von blauen Flammenmeeren in Äthiopien und singenden Eisschollen in Island gezeigt. Der anfangs eher poetisch verfasste Einführungstext appelliert letztlich an den Leser, seine eigene Beziehung zur Natur zu überdenken.

Den jeweiligen Folgekapiteln sind dreiseitige Texte vorangestellt, die wissenschaftliche Erläuterungen geben.

Seite 118-119: Aufgrund des Klimawandels gehen alle Gletscher Islands dramatisch zurück. Die Eisbrocken, die sich vom Breiðamerkurjökull lösen, rollen in den See Jökulsárlón und werden von Stürmen an die Küste und aufs offene Meer getrieben. Foto: © Olivier Grunewald/Knesebeck Verlag

Das erste Kapitel mit dem Titel Chaos beschäftigt sich mit dem Weg vom ungeordneten Universum zur Ordnung einer Zelle. Die folgenden Fotos, viele davon doppelseitig, zeigen Bilder, die ich so eher auf weit entfernten Planeten vermutet hätte. Tatsächlich sind sie aber auf Reisen in Indonesien, Hawaii oder auch in Äthiopien entstanden. Die Erläuterungstexte zu allen  Fotos sind durchweg kurz, informativ und  dezent platziert.

Das zweite Kapitel mit dem Namen Erde erläutert die wechselreiche Entwicklung unseres Planeten. Viele der Aufnahmen hier sind in den Nationalparks der USA, Island, Chile, Madagaskar und Namibia entstanden. Sie zeigen wunderschöne Landschaften in dramatischen Lichtsituationen, spektakuläre Langzeitbelichtungen, Luftaufnahmen, die wie abstrakte Gemälde wirken. Fasziniert haben mich die Farbspiele, die durch Eisenoxide und wechselnden Lichtstimmungen entstehen, oder die wunderschöne Aufnahme der Sossusvlei im frühen Morgenlicht und auch die traurigen Überreste eines Eisbergs, goldglitzernd in der Abendsonne.

Seite 138-139: Die meiste Zeit des Jahres führt der Feigenkaktus in den semiariden Regionen des amerikanischen Westens ein beschauliches Leben. Doch in der Blütezeit bietet er all seine Verführungskünste auf, um Pollenüberträger anzulocken. Foto: © Olivier Grunewald/Knesebeck Verlag

Das dritte Kapitel Eden beschreibt den langen Weg von der Entwicklung der Mikroalgen, den ersten Moosen bis zu den vitalen Regenwäldern. Fotos zeigen zunächst den unbeugsamen Lebenswillen der Pflanzen an den unwegsamsten Orten. Die Autoren nehmen uns mit zu den Naturschönheiten in Brasilien, Australien, Madagaskar, Namibia und Kolumbien und präsentieren verschiedenste Pflanzen, die in Symbiose mit ihrer Umwelt und der Tierwelt leben. Die Bildauswahl ist auch hier eng an den vorherigen Text angelehnt.

Im letzten Kapitel Fauna geht es natürlich um die Entwicklung der Tiere. Die beeindruckende Luftaufnahme des Hardy Reef in Australien und der gerade von einer Baumschlange überwältigte Masken-Laubfrosch in Costa-Rica, außerirdisch anmutende Tierarten, wie eine Raupe oder eine Zikade in Französisch-Guayana – man findet auch in diesem Kapitel viele herausragend schöne Tierfotos.

Seite 222-223: Schätzungen zufolge gab es Anfang des 19. Jahrhunderts in den USA 80 Millionen Bisons, als die amerikanische Armee mit ihrer Ausrottung beauftragt wurde, um die Indianer zu schwächen. 1875 waren nur noch 600 übrig. Der heutige Bestand im Yellowstone-Nationalpark in Wyoming beläuft sich auf 4000 Tiere. Foto: © Olivier Grunewald/Knesebeck Verlag

Fazit

Das Buch ist ein eindringlicher Appell in Text und Bild, die Biodiversität der Ökosysteme zu erhalten, die durch klimatische Veränderungen, Bevölkerungsexplosion und damit verbundener Zerstörung von Lebensräumen sowie Umweltverschmutzung extrem bedroht ist. Aber vielleicht schafft der Mensch die Wende ja doch noch, und dabei helfen die vielen imponierenden Fotos in diesem besonders schönem Bildband, denn sie hellen die Seele auf. 5 Sterne

Die Daten

Bernadette Gilbertas, Olivier Grunewald. Von Chaos zu Eden. Eine fotografische Reise durch die Geschichte unserer Erde erschien am 10. Oktober 2018 im Verlag Knesebeck. Gebunden, 240 Seiten, 200 farbige Abbildungen, aus dem Französischen von Dagmar Klotz, 26,9 x 2,7 x 33,8 cm
ISBN: 3-95728-218-7
Preis: € 50,-[D] 51,80 [A]

Rezension: Uli Rhein

Unsere Bewertung:

Von Chaos zu Eden: Eine fotografische Reise durch die Geschichte unserer Erde (Gebundene Ausgabe)


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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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