DGPh-Bildungspreis für Momentography of a failure

Interdisziplinäres Fotoprojekt zum Thema Urbanisierung

Group work on urban issues, BLO Atelier Berlin, © Nafiseh Fathollahzadeh

Die Jury hat entschieden, das kollaborative Fotografie- und Stadtforschungsprojekt von Nafiseh Fathollahzadeh mit dem DGPh-Bildungspreis auszuzeichnen. Das noch junge Projekt, gegründet wurde es 2017, ist als interaktive Plattform zu verstehen, auf der ein interdisziplinärer Austausch über Urbanisierung stattfindet. Bei der Recherche, Analyse und Dokumentation ausgesuchter Stadtteile wird das Medium der Fotografie auf verschiedenen Ebenen genutzt und zum vermittelnden Ausdrucksträger.

Momentography of a failure

Momentography Berlin, © background photo: Geoportal Berlin/Luftbild 1989

Seit 2018 werden zum Thema Momentography of a failure Workshops in verschieden Städten organisiert.

In ausgewählten Stadtvierteln geht es um den urbanen Kontext, der ganzheitlich mit einem Expertenteam aus Städteforschern, Geographen, Aktivisten, Fotografen und Anwohnern erschlossen werden soll.

Es ist eine dichte Zusammenarbeit, die eine andere Perspektive auf unsere Umgebung ermöglichen möchte.

Hierbei wird ebenfalls mit gefundenem Bildmaterial wie Familienalben oder Postkarten gearbeitet.

Es ist der Außen- und Innenblick, der zum Thema wird.

So werden Stadtstrukturen erforscht und gleichzeitig eine Kartographie unserer Welt erstellt, denn ergänzend zu den Workshops ist eine Android Smartphone App entwickelt worden, auf der Informationen zu den besuchten Regionen hochgeladen werden können.

So können Foto-Essays auf der Weltkarte entstehen, die mit verschiedenen Kontexten wie Menschenrechte, Wirtschaft, Freiheit oder Rassismus hinterlegt werden. Abgerundet werden die Ergebnisse durch eine narrative Dokumentation jeweils im Format eines Fotobuches.

Unterstützt wird Nafiseh Fathollahzadeh bei ihrem Projekt durch Parham Mortazavian, Daniel Kötter, Maheder Haileselassie, Ole-Kristian Heyer und Dirk Schiller. Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.

Momentography of a failure App, © Nafiseh Fathollahzadeh

Die Jury des DGPh-Bildungspreis ist der Ansicht, dass dieses Projekt beispielhaft belegt, was die Fotografie als Medium bewirken kann. Es ist ein sehr reflektierter, konzeptueller Umgang mit dem Medium, der Menschen aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringt und das Bestreben hat, die Welt auf vielfältigen Ebenen zu erschließen.

Die Jury

Die diesjährige Jury bestand aus der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Ulli Seegers, der Preisträgerin des vergangenen Jahres Eva Riesinger (DGPh), Soiz Galerie Passau, sowie Dr. Sandra Abend (DGPh) und Jan Schmolling (DGPh) vom Vorstand der Sektion Bildung. 33 Projekte wurden zum DGPh-Bildungspreis eingereicht.

Lobende Erwähnungen

Der Jury ist es ein Anliegen, zwei weitere Bewerbungen lobend zu erwähnen: zum Ersten das von Elena Fiebig eingereichte Projekt Fotobus Society. Das kulturelle und soziale Angebot richtet sich an Studierende. Mit dem Fotobus wird es ihnen ermöglicht, zu den aktuellen Hotspots der Fotografie, wie beispielsweise der Rencontres de Arles, zu reisen. In Begleitung des renommierten Fotojournalisten Christoph Bangert (DGPh) entsteht über ein gemeinsames Erleben ein ganzheitlicher und intensiver Austausch über das Medium.

Zum Zweiten hat die Jury Jana Kießers Fotoarbeit Das bleibt unter uns tief beeindruckt. In dem konzeptuellen Zusammenspiel aus Fotos ihres Familienalbums, eigenen Aufnahmen und Texten wird sexueller Missbrauch bewegend thematisiert.

Quelle: Pressemitteilung der DGPh.

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Anja Hoenen