TVTipp: Nouvelle Vague und Feminismus

17.04.2019 / 23:25 / 69 min / ARTE
Nouvelle Vague & Feminismus
Dokumentarfilm, Frankreich, 2017, ARTE F
Regie: Callisto Mc Nulty

Über Delphine Seyrig und Carole Roussopoulos

Zwei Frauen der Nouvelle Vague: Carole Roussopoulos (li.) und die französische Schauspielerin Delphine Seyrig (re.). Foto:© Les Films de la Butte

Mit Frauen der Nouvelle Vague verbindet man berühmte Schlüsselfiguren wie Agnès Varda. Weniger bekannt sind die Schweizer Dokumentarfilmregisseurin Carole Roussopoulos und die französische Schauspielerin Delphine Seyrig.

Die beiden Feministinnen lernten sich in den 70er Jahren kennen. Sie schlossen sich der Frauenrechtsbewegung Mouvement de libération des femmes (MLF) an. Die beiden Frauen filmten mit einer tragbaren Videokamera, einer für die damalige Zeit völlig neuen Technik, und engagierten sich so politisch.

Carole Roussopoulos. Foto: © Les Films de la Butte

Der Dokumentarfilm schildert die Begegnung zwischen der Schweizer Videopionierin Carole Roussopoulos und der französischen Schauspielerin Delphine Seyrig in den 70er Jahren. Seyrig spielte unter namhaften Regisseuren wie Luis Buñuel, François Truffaut oder Jacques Demy.

Delphine Seyrig . Foto: © Les Films de la Butte

Die beiden stellten ihr Engagement für die Rechte der Frau in den Mittelpunkt ihres filmischen Werks.

In ihren Videos ging es um das Recht auf Abtreibung, sexuelle Selbstbestimmung oder überholte Frauenbilder im Kino wie in der Gesellschaft.

Regisseurin Callisto McNulty, die Enkelin von Carole Roussopoulos, zeigt, wie die beiden Feministinnen die gerade neu auf den Markt gekommene Videokamera für ihre subversiven dokumentarischen Statements verwendeten.

1982 gründen Carole Roussopoulos, Delphine Seyrig und Ioana Wieder das Centre audiovisuel Simone de Beauvoir, das es sich zur Aufgabe macht, Material wie Videos und Fotos zur Geschichte der Frauenrechtsbewegung seit ihren Anfängen zu archivieren.

Callisto McNulty verbindet ihren dokumentarischen Ansatz – Ausschnitte aus Spielfilmen, Videoarbeiten und Fernsehinterviews – mit einer persönlichen Sicht auf das Werk und die politischen Visionen ihrer Großmutter.

Der Dokumentarfilm ist gleichzeitig die Fortsetzung eines Projekts, das Carole Roussopoulos kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009 in Angriff genommen hatte: ein Porträt ihrer feministischen Kampfgenossin Delphine Seyrig. In ihren bereits dazu angefertigten Notizen beschrieb die Regisseurin das geplante Werk als Hommage an eine überzeugte Frauenrechtlerin, deren politisches Engagement damit endlich bekannt und gewürdigt werden sollte.

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von ARTE.

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Anja Hoenen

Anja Hoenen

Marketing und Pressearbeit bei Netzwerk Fotografie
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.
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