Halt die Ohren steif! Keep A Stiff Upper Lip!

Robert Frank & Gundula Schulze Eldowy in New York


li: Robert Frank und Gundula Schulze Eldowy, New York 1990. Foto: © June Leaf | re: Robert Frank und Gundula, Leipzig 1993. Foto: © Helfried Strauss

Die Photobastei in Zürich widmet sich bis zum 7. Juli 2019 der unbekannten Seite zweier Künstler aus ehemals verfeindeten Welten, dem New Yorker Fotografen Robert Frank und der Ostberliner Fotografin Gundula Schulze Eldowy. Ihre Wege kreuzten sich erstmals am 8. Juni 1985 in Ostberlin. Die Fotografin war damals 31 Jahre, er doppelt so alt. Nachdem er ihre Fotos angesehen hatte, fragte er sie spontan, ob sie nicht in New York ausstellen wolle. Das Zusammentreffen zeigte über die Zeit große Wirkung auf das Schaffen beider Ausnahmekünstler.

Die Ausstellung Halt die Ohren steif / Keep A Stiff Upper Lip spürt dieser Begegnung nach.

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Zuhause ist ein fernes Land. Fotografien von Gundula Schulze Eldowy

Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Innenansichten vom Leben in der DDR, Skurriles und Befremdliches, Leben und Sterben – Gundula Schulze Eldowy zeigt in ihren Fotografien den ungeschönten Alltag in der SED-Diktatur. Die 1954 in Erfurt geborene Künstlerin, die von 1979 bis 1984 in Leipzig Fotografie studierte, wendet sich fernab der staatlich verordneten Propaganda dem wirklichen Leben zu. Sie fotografiert Menschen aus ihrer Nachbarschaft in Ost-Berlin, dokumentiert staatliche Zwänge und private Rückzugsversuche, porträtiert Arbeiter in der DDR. Rund 75 Fotografien aus unterschiedlichen Werkgruppen präsentiert das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig in der Atelierausstellung, die bis zum 14. August 2016 zu sehen ist. Der Eintritt ist frei.

Gundula Schulze Eldowy gibt in Fotografien und Texten den Menschen, die in der SED-Propaganda nicht vorkommen, ein würdiges Gesicht und eine eindringliche Stimme. Sie fotografiert Wohn- und Arbeitsstätten, zeigt Zwischenmenschliches und Eigensinniges. Sie stellt eine Gesellschaft der 1980er Jahre vor, die zwischen wirtschaftlicher Misere und individuellem Aufbegehren zu überleben versucht. Rückblickend stehen die verschiedenen Fotozyklen symbolisch für den allmählichen Niedergang der DDR.
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