Impressionen: Ludwig Rauch. Noch ein Leben. Fotografie

Wir berichteten hier bereits über die Ausstellung von Ludwig Rauch in der Lyonel-Feininger-Galerie.

Gerne reichen wir heute gleich ein paar der gezeigten Bilder und einige Impressionen der sehenswerten Ausstellung nach:

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Bild: Ludwig Rauch. Austellungsraum

Ludwig Rauchs Interesse gilt nicht dem Spektakulären, vielmehr fokussiert er auf alltägliche Wirklichkeiten und ihre Akteure. Obgleich seine Fotografien durch einen kritischen, schnörkel- und geradezu schonungslosen Blick auf die Bedingungen von Alltag gekennzeichnet sind, zeugen sie immer von einem bildkonzeptuell differenzierten Umgang mit Themen und Sujets sowie – bei allem Humor – von einem respekt-, manchmal fast liebevollen Blick auf Menschen. Rauchs Fotografien erzählen vom Alltag in einer (über)mediatisierten Welt, dessen Bestandteil und poetische Reflexion sie gleichzeitig auch sind.

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Bild: Ludwig Rauch. Martin Walser, Schriftsteller; Nußdorf am Bodensee 2008

Analog zum Aufbau der Serien von Ludwig Rauch konstituiert sich auch die Ausstellung »Noch ein Leben« über verschiedene Ebenen und über dem egalitären  Neben-/Miteinander unterschiedlicher Bildgattungen, bei denen Porträts, Stillleben und Landschaftsansichten vorherrschend sind.

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Bild: Ludwig Rauch. Libelle, Aus der Serie: Wendland; 2012

Schwarzweiß- und Farbfotografien, ebenso wie essayistische Bildreihen und Reportagen miteinander verzahnend, stellt die Ausstellung Bildtypologien und Themen vor, die in die Kapitel »Bildwelten«, »Bildarchive« und »Bildgeschichte(n)« gegliedert sind.

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Bild: Ludwig Rauch. Heiner Müller, Dramatiker; Berlin 1988

Innerhalb jeden Kapitels lässt sich der Blick des Fotografen nachvollziehen: die Repräsentation von Welt ist nur durch permanente Blickverschiebungen, durch Infragestellen und vor allem durch den gezielten  Perspektivwechsel vom Kleinen und aufs Große (und zurück) denkbar und schlussendlich sinnfällig.

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Bild: Ludwig Rauch. Austellungsraum

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Ludwig Rauch.

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Ausstellung in der Feininger-Galerie: Ludwig Rauch. Noch ein Leben. Fotografie

Ludwig Rauch. Noch ein Leben. Fotografie
20. Juni bis 02. November 2014

Die Lyonel-Feininger-Galerie ist ein Museum und Ausstellungshaus für die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Sie ist dem Werk Lyonel Feiningers gewidmet und verfügt mit der Sammlung des Bauhäuslers und Quedlinburgers Dr. jur. Hermann Klumpp, die sich als Dauerleihgabe in der Lyonel-Feininger-Galerie befindet, über einen der weltweit bedeutendsten Bestände an Druckgrafiken Feiningers. Zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen sowie einige Fotografien und Objekte von Feiningers Hand bereichern den Bestand.

Die Retrospektive „Noch ein Leben“ entstand als Kooperation zwischen dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus („dkw“) und der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, wo sie ab 20. Juni mit modifiziertem Konzept neu präsentiert wird. Das Projekt widmet sich dem Gesamtschaffen des Berliner Fotografen Ludwig Rauch (*1960) und umfasst etwa 150 Werke, die zwischen 1986 und 2014 entstanden sind.

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Bild: Ludwig Rauch

Die Ausstellung umreißt die Konturen einer individuellen Werkkonzeption, der eine intensive Auseinandersetzung mit dem Funktionsbegriff der Fotografie eingeschrieben ist. Das Material reicht von der klassischen Schwarz-Weiß-Fotografie bis zu experimentellen Inszenierungen, von Reportagen über den Bild-Essay bis zu thematischen Reihen und solitären Ereignisbildern.

Es öffnet sich das Panorama eines rastlosen Unterwegsseins, das, wo immer es auch innehält, im erwählten Motiv den Ausdruck des Zutreffenden, in der Konstitution des Bildes jedoch das Gültige sucht. „Begegnung“ schließt dann immer auch die innere „Beteiligung“ ein, weshalb diese Bilder auf alles kalkuliert Artifizielle verzichten, zugleich aber eine Emotionalität zulassen, die in der zeitgenössischen Fotografie selten geworden ist.

Die Räume des Museums leiten durch einzelne Themenpassagen in der Chronologie ihrer Entstehung. Am Endpunkt münden sie in eine Essenz von 25 Einzelmotiven, die auf einer Fläche von knapp 20 qm das Raster eines streng komponierten Facettenbildes annehmen. Es kann als das Protokoll einer Schaffensweise, aber auch als das einer individuellen Zeitgenossenschaft gelesen werden.

Das Gegenstück zu dieser Bildwand ist eine Installation von Lichtkörpern mit jeweils drei aufeinander bezogenen Motiven („Triaden”). Die Das Unverhoffte ihres Zusammentreffens überrascht nicht weniger als die Strahlkraft des scheinbar Unvereinbaren. Es entsteht ein Bildraum, der sich in seinem Leuchten selbst aufzuheben scheint.

Besucherinformationen

Lyonel-Feininger-Galerie
Schlossberg 11
D-06484 Quedlinburg
Telefon: +49 (0)3946 / 68 95 93 – 0
Fax: +49 (0)3946 / 68 95 93 – 824
[email protected]

Zeitraum:
20.06.2014 bis 02.11.2014

Öffnungszeiten:
Oktober Mo – So, feiertags: 10 – 18 Uhr
März Mo – So, feiertags: 10 – 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 6,– € / ermäßigt 3,– € / Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren frei

Katalog:
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, herausgegeben von Ulrike Kremeier, 184 Seiten, mit einem Essay von Michael Freitag, zahlreiche Abbildungen, Preis in der Ausstellung 25 Euro.

Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung der Lyonel-Feininger-Galerie .

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